Motor verschluckt sich fast - F 650 GS

  • Hallo,


    zuerst einmal hoffe ich, dass ihr alle gut reingerutscht seid und wünsche euch nachträglich alles Gute zum Neuen Jahr.


    Ich bin neu hier und habe zwar schon einige Zeit im Forum gestöbert, aber eine Lösung für mein Problem nicht gefunden. Meine BMW ist mit nun rund 21.000 km in 2006 das erste Mal zugelassen und ich fahre das Moped jetzt schon ca. 5 - 6 Jahre, ausschließlich in Andalusien. Außer den üblichen Verschleißteilen hatte ich nie Probleme.


    Seit letztem Sommer habe ich allerdings immer Probleme bei der Beschleunigung. Sie springt immer gut an - auch nach längeren Standzeiten - und läuft nahezu wie einKätzchen im Leerlauf. Wenn ich dann ganz soft Gas gebe, läuft der Motor völlig normal, gebe ich aber etwas schneller Gas "verschluckt" sich der Motor fast. Bei ca. 2.500 - 3.000 Umdrehungen macht der Motor einen Ruck und ich gehe mit dem Oberkörper zwangsweise nach vorne. Wenn ichj die ca. 3.000 Umdrehungen "überwunden" habe, läuft der Motor einwandfrei. Ist der Motor kalt, draußen ist es auch kalt (in Andalusien nicht so häufig der Fall) und gebe ich gleich von Anfang an (Voll-) Gas, so geht der Motor sogar aus. Wenn ich dann eine Weile gefahren bin, geht alles viel besser und das "Loch" zw. 2.500 und 3.000 Umdrehungen wird immer kleiner. Diesen Sommer habe ich es jedoch nicht geschafft, mal länger als 5 - 10 Minuten am Stück zu fahren, so dass ich nicht genau weiß, ob das "Loch" komplett verschwindet.


    Es muss wohl ein Problem sein, welches abhängig von der Motortemperatur ist, da das Problem kleiner wird, je wärmer der Motor ist.


    Hat jemand eine Idee für mich?

  • Einspritzer kenn ich mich nicht aus

    Vergaser hätte ich gesagt,klassisch verharzt...

    aber auch Einspritzdüsen können zuharzen...

    füll mal Profi Fuel Max bei und fahr den Tank zügig leer...zum reinigen des ganzen System...alternativ falls nicht verfügbar lokal ginge es auch mit Super+ 100 oktan..1-2 Tankfüllungen zum reinigen...ist zwar nicht der Standardsprit weil Mopeds für 95 oktan ausgelegt und konzipiert,und mit 100er die Leistung sogar sinkt da energiedichte nicht passt,..aber auch nur mittel zum zweck


    Hatte letzten sommer die Gixxer vom Nachbarn zu Gast zwecks notwartung..ähnliche symptome...da waren Spritfilter zu und Benzinpumpe konnte die nötige Spritmenge nicht mehr ausreichend fördern...neuen Filter(bei Suzi in der Benzinpumpe integriert) und die Multipoint konnte wieder 186 PS zaubern...mim verdreckten war bei 5000rpm schicht stotternd


    Gruß

    Rolf

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  • Eine richtige Idee habe ich nicht. Da sind zu viele Sachen, die irgendwie nicht zueinander passen.


    Dass der Motor sich nur verschluckt, wenn du stark beschleunigst klingt für mich danach, dass beim starken Beschleunigen üblicherweise ein anderes Kennfeld benutzt wird (sog. alpha-n Kennfeld, das nur noch von Drehzahl und Drosselklappenwinkel abhängt). Alle anderen Einflussfaktoren sind dann egal. Da die Drehzahl auch bei allen anderen Kennfeldern eine Rolle spielt hätte ich die eher ausgeschlossen. Der Drosselklappenwinkel ist aber völlig unabhängig von der absoluten Drehzahl also an dem kann es eigentlich nicht liegen, wenn nur bei einer bestimmten Drehzahl kurz ein Problem auftritt.

    Tritt das Problem nur auf, wenn du bei 2500-3000 RPM das Gas auf machst oder tritt es auch (und weiterhin nur in dem Bereich 2500-3000) auf, wenn du von einer niedrigeren Drehzahl gleichmäßig durch beschleunigst? Also wenn du jetzt im 3. Mit 1800 dahin tuckerst und dann das Gas aufreißt, was passiert dann?


    Als allererstes würde ich mal die Zündkerzen tauschen. Ansonsten hab ich nicht so richtig ne Idee. Problem mit Luftversorgung (Ansaugtrakt, Ventilspiel) oder Benzinversorgung (Benzinpumpe, Einspritzdüse) werden normalerweise mit höherer Drehzahl wieder schlimmer und treten nicht nur in einem bestimmten Bereich auf.

    Falls du noch eine andere F hast dann Tausch mal das Motorsteuergerät zwischen den Moppeds und teste dann, ob der Fehler mitwandert. Dann hätte das MSG einen Weg.


    Ansonsten ein durch und durch interessantes Problem, eine Lösung habe ich aber leider nicht

  • @ bwm - Das Problem tritt immer dann auf, wenn ich von niedrigen Umdrehungen aus hochbeschleunige. Eine untertourige Fahrweise war eigentlich vom ersten Tag an immer etwas schwierig, es kam sogar vor, dass mir der Motor ausging und ich fast geflogen bin. Jetzt ist es so, dass ich - egal in welchem Gang - keine oder fast keine Probleme habe, wenn ich langsam und mit Gefühl hochbeschleunige. Dreh ich den Gasgriff auf, geht mir der Motor fast aus und er verschluckt sich, als hätte er zuviel Luft bekommen.

    Wenn ich im 3. mit 1.800 dahintuckere und das Gas voll aufdrehe, fliege ich im hohen Bogen von der Maschine, da der Motor garantiert ausgeht.

    Habe ich mal 3.500 Umdrehungen erreicht und bleibe ich in diesem Bereich, läuft der Motor ganz normal und ich kann auch Gas geben ohne das der Motor sich verschluckt. Und wie schon geschrieben, je wärmer der Motor wird, desto geringer werden die Probleme.


    Vielleicht ganz allgemein: Die BMW steht immer mal für einige Monate, springt dann aber ziemlich gut an (besser als meine kleine Honda). Je kälter der Motor und draußen, desto mehr Fingerspitzengefühl ist beim Gasgeben notwendig. Wenn wir zu zweit mit kaltem Motor den Berg hochfahjren ist es manchmal echt schwer. Gebe ich zu wenig Gas, komme ich nicht den Berg hoch, ist es zuviel Gas, geht der Motor manchmal sogar aus und das ist dann nicht immer witzig.


    @ Tschitia32 - wir sind Anfang Februar für knapp 2 Wochen wieder unten, aber da werde ich keine Zeit haben, das Gleiche gilt für Ostern. Aber so Anfang Juni bin ich dann wieder 4 - 6 Monate am Stück da unten.

  • Servus,

    ich würde folgendes prüfen: erstmal den Luftfilter ausbauen. Ist hier alles i.O., keine Risse vorhanden und richtiger Sitz im Luftfilterkasten? Alle Ansauggeräuschdämpfer eingebaut, keine lose? Luftfilterkasten einer Sichtprüfung unterziehen auf Risse oder Löcher oder lockere Schellen? Ansaugstutzen alle Schellen fest, keine Risse äußerlich sichtbar? Am Schluß mit Starthilfespray mal alle Anschlüsse absprühen. Sollte eine Undichtigkeit vorhanden sein, wird sich die Drehzahl ändern. Wieviel Kilometer ist sie denn gelaufen? Möglicherweise muß wirklich der Kraftstofffilter turnusmäßig gewechselt werden.


    Gruß

    Andreas

  • Um den Fehler einzugrenzen muss man das Motorrad länger fahren als 5-10 Minuten damit sie aus der Kaltlaufphase vollständig raus ist. Ein Problem das in der Kaltlaufphase vorhanden ist, man aber nicht weiß ob das Problem bei "Betriebstemperatur" immer noch vorhanden ist, "wandert" oder irgendwann ganz verschwindet, wird man nur schwer finden.

    Grundsätzlich würde ich aufgrund meiner Erfahrung von den Auto Einspritzern auf Temperatursensor tippen. Interessant wäre auch das Kerzenbild nach einem heftigen Verschlucker mit Motor absterben. Ist die Kerze nass oder trocken. Dazu muss eine Zündkerze aber sofort nach dem Absterben raus gedreht werden.

    Für mich klingt das fast nach heftiger Überfettung beim Wechsel in das andere Kennfeld

    Die üblichen Arbeiten der Fehlersuche hast du bereits abgearbeitet? Luftfilter sauber? Gehäuse frei von Öl? usw.Wenn der Hobel nicht frei atmen kann kommt es zu solchen Problemen startet aber sauber und läuft auch im Normalbetrieb so das man kaum eine Verschlechterung spürt.

  • Wie gesagt: Probleme in der Luft-oder Spritversorgung sind a) nicht Temperaturabhängig und b) werden mit steigendem Bedarf pro Zeit (höherer Drehzahl) eher schlimmer als besser. Temperatursensor hätte ich auch gedacht aber da es nur bei "Volllast" auftritt und die Temperatur beim alpha n Kennfeld komplett schnuppe ist denke ich das eigentlich eher nicht. Es könnte natürlich sein, dass die wärmere und höhere Luft dann einfach zu wenig Sauerstoff in den Motor bringt und das dann Probleme verursacht aber ich glaube, dass ihr nicht so warm und hoch unterwegs seid, dass sich das bemerkbar macht. Außerdem müsste auch das Problem wieder mit höherer Drehzahl stärker werden.


    Motor verschlucken kann grundsätzlich sowohl durch zu fettes (also zu viel Sprit oder zu wenig Luft) als auch durch zu mageres (also zu wenig Sprit oder zu viel Luft) Gemisch auftreten. Daher wäre das Kerzenbild unmittelbar nach dem absterben tatsächlich mal interessant.


    Hast du irgendwas an der Gemischaufbereitung geändert? Widerstands"tuning" oder anderen Schmarn?

    Wenn die Mopeds immer so lange stehen werden die denn trotzdem vernünftig gewartet? Also werden Öl und Filter, Luftfilter, Kerzen und Ventilspiel regelmäßig überprüft / erneuert?

  • Ich denke auch das Luft und Spritversorgung nicht unbedingt zu dem Problem passt aber da die F sich gern mal den Ansauggeräuschdämpfer voll Öl haut, dies zu vielerlei unerklärlicher Probleme führen kann wenn der Luftfilter verölt ist, hätte ich das gern ausgeschlossen bevor weiter gerätselt wird.

    Voll gesiffter Luftfilter lässt bei hoher Drehzahl und viel Luftbedarf vielleicht genügend Luft durch, so das die Überfettung nicht so stark bemerkbar wird. Bei plötzlichen Aufziehen bei für die F 650 ohnehin ungünstigen Drehzahlbereich, reicht die Luftmenge plötzlich nicht mehr aus und es kommt zum verschlucken. Mal so Laienhaft betrachtet, so ganz ohne eigene Erfahrung...

    In jedem Fall ein interessantes Problem

  • - Die BMW hat nun ca. 22.000 km auf der Uhr.

    - Bis 20.000 km wurde sie scheckheft gepflegt , seitdem habe ich nur Verschleißteile ausgetauscht (Reifen, Batterie, Ölwechsel, ...).

    - Sauber ist sie auf alle Fälle und sie steht eigentlich immer geschützt in einer kleinen Halle.

    - Verstellt habe ich nichts, rumgespielt auch nicht. Das ÜProblem war von heute auf morgen plötzlich da.

    - Ob wir draußen 40 Grad hatten oder 0 Grad hat keinen Unterschied gemacht, die Probleme blieben gleich.


    Anfang Februar werde ich die Zündkerze ausbauen, säubern und dann mal nachsehen, wie das Bild aussieht, wenn sie abgestorben ist und wenn sie etwas gefahren ist und außerdem werde ich mal mehr als 1/2 Stunde auf der Autobahn fahren.

    Auch den Luftfilter und den Benzinfilter werde ich mir ansehen.


    Hatte gehofft, dass ich hier ein bekanntes Problem habe. Sieht aber nicht so aus.

    -

  • außerdem werde ich mal mehr als 1/2 Stunde auf der Autobahn fahren.

    ich würde auch zuerst mal eine längere Strecke fahren (muss nicht Autobahn sein), damit der Motor mal wieder richtig warm wird.

    Wenn der Sprit uralt ist vor dem Abstellen noch voll tanken (nach z.B. 6 Monaten ist der Sprit nicht schlecht, aber anders als frischer).


    Auch den Luftfilter und den Benzinfilter werde ich mir ansehen.

    eine schnelle Kontrolle für den LuFi ist der "Ablasschlauch" für den Luftfilterkasten, einfach den Stopfen mal wegmachen, kommt da viel Öl dann ...

    Benzinfilter kannst du dir zwar anschauen, aber ohne Druckmessung wirst du nicht herausfinden ob der noch was taugt, aber das es der Benzinfilter ist, ist extrem unwahrscheinlich nach 22 000km.

    Ausserdem solltest du dann mit zunehmender Drehzahl mehr Problem bekommen.

  • Ich würde den gesamten Ansaugtrackt checken. Wann wurde das zuletzt gemacht?
    Wer googelt, findet bestimmt noch das Bild, wo sich eine Maus ihr Nest im Lufi-Gehäuse gebaut hatte...

    Du schreibst von regelmäßigem Ölwechsel: Wieviel Öl wurde eingefüllt und vor allem wieviel abgelassen? Nur Ablaßschraube am Motor geöffnet oder auch den Ölbehälter komplett entleert?
    Ich glaube, dass Hauke mit dem verölten Luftfilter (weil Öl stark überfüllt) durchaus richtig liegen könnte.

  • Haste mal die Adaptionswerte zurückgesetzt? Batterie abklemmen, n Kaffee trinken, wieder ran, Zündung an, einmal Gashebel voll aufdrehen, dann Motor anlassen, u n weilchen im Leerlauf laufen lassen. Dann Probefahrt.


    Die Werte und damit das Mapping können sich verstellen, z.B. wenn beim Anlassen gleichzeitig Gashebel gezogen wurde. Kann schon mal passieren beim versehentlichen Abwürgen und schnellem Wiederanlassen. Folge ist unrunder Lauf war bei mir auch schon, bis hin zum Absterben mitten in der Kurve, oder beim Anhalten und schlechte bis ungleichmäßige Beschleunigung. Nach der Prozedur liefs wieder bestens.

    Mit der Linken zum :punk: Gruße


    PozBlitz :bikepfalz:

    Ralf


    :shark:

  • Hallo,

    folgende Lösungsmöglichkeit (mit Einspritzung) solltest Du probieren:



    Erste Maßnahme:

    Motor warmlaufen lassen, Zündung aus. 20-30 sec. warten und dann Zündung an (Nicht den Motor starten). 3 x hintereinander auf Vollgas gehen und Gas zurückschnellen lassen

    --->Verursacht ein Reset in der Steuerung der Gasannahme


    Zweite Maßnahme

    Den Warm gefahrenen Motor im Leerlauf bei ca.3.300 U/min 30 sec. halten. Ist nicht einfach aber funktioniert. (Du solltest merken das nach ca. 20 sec. dieses leichter geht)

    --> dieses justiert die Drosselklappe und speichert die Stellung ab.


    nach beiden Maßnahmen sollte das plötzliche ausgehen wenn man ausrollt sowie die spontane Gasannahme klappen, wenn es damit nicht besser wird kann das ein etwas größeres Problem mit der Steuerung sein:victory:


    Gruß dakar gang

    "Zuhause ist dort, wo man sich wohlfühlt!" :thumbup: