Ladegerät CTEK MXS 5.0

  • Hallo Leute,

    kann mir vielleicht jemand folgendes Phänomen erklären?

    Ich habe meine 04-er Dakar, die schon seit letztem Jahr in der Garage steht, alle 2-3 Monate ans Ladegerät (CTEK MXS 5.0) gehängt. Verbaut ist eine Gelbatterie.

    Neulich habe ich sie mal wieder ans Ladegerät gehängt. Nach wenigen Minuten leuchteten am CTEK 4 bereits Dioden, aber in der darauf folgenden Stufe 5, der sog. Analysephase, stoppte der Ladevorgang. Laut Bedienungsanleitung konnte die Batterie die Ladung nicht halten. Die gemessene Batteriespannung betrug 12,4 V! Ich habe das mehrmals wiederholt, aber immer mit demselben Ergebnis.

    Nach einer Woche Pause prüfte ich die Batteriespannung erneut: Immer noch 12,4 V, also kein weiterer Spannungsabfall ! Beim erneuten Laden stoppte das CTEK aber wieder in Stufe 5.


    Jetzt habe ich die Batterie ausgebaut, nochmals ans Ladegerät gehängt und siehe da: Der Ladevorgang lief bis auf Stufe 7 durch- also vollgeladen. Die Batteriespannung beträgt jetzt 12,8 V und diese wird auch gehalten. Ich baue die vollgeladene Batterie wieder ein und schließe sie auch wieder an. Am nächsten Tag sind es immer noch 12,8 V.


    Und jetzt kommt's: Ich hänge das CTEK wieder an die eingebaute Batterie und jetzt läuft der Ladevorgang bis ans Ende durch, kein Ladungsabfall mehr!


    Hat mein Ladegerät 'ne Macke oder die Batterie?:g:


    Gruß:wave:

    Udo

  • Hi Udo,


    ich denke es hängt eher an der Bordelektronik der GS. Bei den Computerladern wie es die Ctek Lader sind, werden zur Analyse kurze Entladungen durchgeführt um zu prüfen, wie sich die Batterie unter "Last" verhält. Dies wird durch die verbauten Kondensatoren in der Bordelektronik möglicherweise verfälscht. Bei vollgeladener Batterie wird vermutlich die Analyse übersprungen. Das würde das Verhalten erklären. Bei meinen Modellflugzeugen habe ich bereits ähnliche Verhalten in eingebautem Zustand beobachten können. Jedoch sind das ganz andere Ladegeräte und zudem noch LiPo Akkus.


    Gruß Pascal

  • Ladegerät an eingebauter Batterie wird wohl durch die Elektronik im Moped irritiert. Wenn es eine Analysephase gibt, bedeutet das dein Gerät muss etwas messen und wird durch irgendwelche Effekte manchmal irritiert. Vieleicht auch nur aufgrund einer schlechten Kontaktierung, die durch aus und einbauen sich behoben hat.


    Wir müssen im Betrieb jährlich alle Elektrogeräte prüfen. Bei der Schutzleiterprüfung gehts um max 3Ohm, typisch eher im Milliohmbereich. Manchmal messen wir bei Maschinen schlechten Schutzleiter. Oxidationen an den Befestigungsschrauben. Das Messgerät jagt dann 10A mal drüber, was meistens dieses Oxid aufbricht und danach messen wir auch mit den 100mA einen guten Wert erreichen. Funktioniert das nicht, müssen wir den Schutzleiter eben wegmachen und alles säubern und neu befestigen. Deswegen ja auch diese Prüfungen.


    Viel anders kann ich mir das nicht erklären, weil scheinbar ja nichts defekt ist und alles wohl funktioniert wie es soll nachdem du es einmal aus und wieder eingebaut hast.

  • Hallo Udo,

    kann mir vielleicht jemand folgendes Phänomen erklären?

    Die Forenkollegen haben ja schon mögliche Erklärungen gegeben.

    Ich will eine weitere Spekulation hinzufügen:


    Die Bordelektronik stellt natürlich eine Last dar, die die Batterie entlädt und die das Ladegerät als Selbstentladung interpretieren kann.

    Das Ladegerät macht den Test, wenn es die Batterie auf die maximale Spannung geladen hat. Die Spannung unterschreitet dann eher den Schwellwert für das Fehlerkriterium als wenn sie vorher schon länger auf der maximale Spannung gehalten wurde. Das kann man mit elektrochemischen Vorgängen - Stichwort Säureschichtung - erklären, genau kenne ich mich da aber nicht aus.


    Auch Toleranzen bei der Säuredichte könnten kleine Spannungsunterschiede erklären, bei einer Gelbatterie hast Du darauf allerdings keinen Einfluss.


    Letzter Erklärungsversuch wäre, dass Deine Batterie hinsichtlich des angemeckerten Parameters schon dem Ende nahe ist, sodass der Test mal eine Warnung gibt und mal nicht. Auch beim Stehen altern Batterien, trotz Laden.


    Das Ladegerät gibt die Meldung NACH dem Laden aus, das heißt, es wurde geladen und so kann man das als Warnung sehen. Leider sind solche Ladegeräte nicht als Batterietester qualifiziert, im Zweifelsfall sind eigene Messungen, die Du ja auch gemacht hast, aussagekräftiger.


    Ich habe ein ähnliches Ladegerätemodell, bisher allerdings nur ausgebaute Batterien damit geladen, von daher das Problem noch nicht gehabt.


    Ich würde mir erst einmal nicht zu viele Gedanken machen. Solange das Motorrad gut startet und fährt, sehe ich keinen Handlungsbedarf,



    Eckart

  • Vielen Dank, Jungs. für Eure Einschätzungen!

    Ich werde die Batterie jedenfalls mal im Auge behalten, zumal ich nicht weiß, wie lange sie schon ihren Dienst tut.

    Gruß :wave:

    Udo

  • Hallo Udo,

    Vielen Dank, Jungs. für Eure Einschätzungen!

    Noch eine Idee:

    Vieleicht auch nur aufgrund einer schlechten Kontaktierung, die durch aus und einbauen sich behoben hat.

    Bei den Ladeströmen sollten Übergangswiderstände eigentlich nicht die große Rolle spielen, aber sie könnten der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

    Aber was ist mit dem Innenwiderstand der Batterie ?

    Dieser hängt vom Alter der Batterie ab, das sich in der kurzen Zeit nicht so stark geändert hat ... und von der Temperatur.

    Jeder kennt den Effekt, wenn das Fahrzeug bei Kälte nicht anspringt.

    Was für das Entladen gilt, gilt auch umgekehrt für das Laden.

    Hattest Du die ausgebaute Batterie im gleichen Raum, der Garage, geladen ?

    Wenn nicht, könnte das die Erklärung sein.


    Eckart

  • Hattest Du die ausgebaute Batterie im gleichen Raum, der Garage, geladen ?

    Hallo Eckart,

    es war im selben Raum und nur 2 Meter vom Moped entfernt auf gleicher Raumhöhe.

    Der Temperatureffekt kann es also nicht sein.


    Ich habe gestern wieder nachgemessen. Sie hält tapfer ihre 12,89 Volt!


    Was ich bisher nicht erwähnt hatte:

    Dasselbe Malheur hatte ich an meiner kürzlich erstandenen Yamaha XT 600 Tenere, und die hat (laut Verkäufer) dieses Jahr eine neue Säurebatterie bekommen.

    Auch hier stoppte der Ladevorgang in der Analysestufe.

    Leider habe ich das Moped derzeit für Umbauarbeiten bei Motoritz stehen (übrigens ein heißer Tip für XT-Liebhaber), so dass ich dieselbe Prozedur mit Ausbauen und separat Laden gerade nicht austesten kann.

    Gruß:wave:

    Udo

  • Eckart


    Man misst ja nicht die Batterie mit 5A Ladestrom, sondern indem man zb den Spannungsabfall misst. Dazu wird bei Batterietestern für extrem kurze Zeit (einige µsec, also Millionstel Sekunden) ein Kurzschluss gemacht. Dabei wird der Spannungseinbruch gemessen. Das gibt den Innenwiderstand der Batterie wieder. Da man den Kurzschlussstrom und die Spannung misst, sagen wir es sind 200A und 1V so wäre der Innenwiderstand 5mOhm.


    Der Innenwiderstand ist sehr klein und jeder Widerstand im Strompfad bringt dir da Verfälschungen. Da sind auch 0,1Ohm Übergangswiderstand bereits ein ziemlicher Fehlerwert, wärend er beim Laden selbst mit 5A nur 0,5V frisst(und 2,5W Wärme erzeugt). Da ein Bleilader Konstantstrom schickt, würde er die Spannung solange erhöhen bis 5A fliesen. Die 0,5V am Übergang werden teilweise kompensiert. Irgendwann reduziert sich der Strom weil der Akku voller wird, das Ladegerät schaltet auf Spannung um und erhöht bis maximal 14,2V Der Strom sinkt weiter während des ladens und am Ende wenn sagen wir noch 0,5A fliesen fallen an 0,1Ohm ja auch nur noch 0,05V ab. Plötzlich spielen sie kaum mehr eine Rolle. Das Ladegerät hat also einfach nur etwas früher von Stromladen auf Spannungsladen umgeschaltet und dadurch etwas länger mit dem Laden gebraucht.


    Also fällt der Übergangswiderstand beim Laden kaum auf, beim messen aber schon.

  • Dazu wird bei Batterietestern für extrem kurze Zeit (einige µsec, also Millionstel Sekunden) ein Kurzschluss gemacht. Dabei wird der Spannungseinbruch gemessen.

    So macht das ein Batterietester. Das deckt sich allerdings nicht mit dem, was in der Bedienungsanleitung des Ladegeräts dazu steht:

    Prüft, ob Spannung auf 12 V abfällt.

    Und das in 3 Minuten, nicht µs.


    Eckart

  • Jo, jedenfalls macht er eine Analyse, da stört nunmal ein Widerstand der beim Laden selbst eher keine Rolle spielt. Darum gehts ja letztendlich, wenn nach ausbauen und einbauen etwas plötzlich besser funktioniert. Mein Innenwiderstandsbeispiel sollte einfach nur aufzeigen das ein 0,1Ohm Widerstand der ganz leicht mit etwas Oxidation auftreten kann keine Auswirkung auf den Ladezustand hat, aber beim messen die Fehlerquote ziemlich erhöht. Wie nun genau das Messverfahren ist, ist nicht so wichtig. Wichtig war eher das es an diesem Punkt des Zyklus ausgestiegen ist.