• Hallo Jan,

    Ich habe meine CS seit über 10 Jahren. Alle 2 Jahre ist die Batterie am Ende. Ich vermute, dass sie von der Motorwärme weggekocht wird.

    Bei meinen F650GS, die da nicht so viel anders als die F650CS sein sollte, musste ich - Vielfahrer - zwar auch schon mal die Batterie ersetzen, aber länger als 2 Jahre haben sie mit einer Ausnahme aber schon gehalten.

    Ich mag nicht so recht glauben, dass sie von der Motorwärme weggekocht werden, richtig ist aber, dass die Standardbatterie eben keine wartungsfreie Batterie ist, das heißt, dass ab und zu - ich empfehle alle 5000 km und vor jeder Reise - der Flüssigkeitsstand geprüft und erforderlichenfalls korrigiert werden muss.

    Hattest Du das getan ?

    Wenn nicht, erklären sich die 2 Jahre.

    Wenn doch, funktioniert vielleicht der Spannungsregler nicht richtig und Überspannung zersetzt das Batteriewasser, was den gleichen Effekt hat.

    Bei einer wartungsfreien Batterie muss nichts nachgefüllt werden, aber es kann auch nicht. Unter Wärme und Überspannung leiden die aber auch und wenn bei Dir ein Fehler vorliegen sollte, hättest Du keine längere Batterielebensdauer, aber höhere Kosten.

    Wieviel sind Deine 2 Jahre in Kilometern ?

    Vielleicht magst du zu diesem Thema ja mal in diesem Thread lesen?

    Leider hat sich der Thread etwas vom Ursprungsthema entfernt.

    Aber wie das Ölthema ist das Batteriethema ein immer wiederkehrendes, das nie mit einem eindeutig richtigen Ergebnis abgeschlossen wird.

    Auch die Variante

    ist denkbar, aber auch keine unter allen Umständen optimale Lösung, wie der Thread zeigt.


    Eckart

  • Vielen Dank für Eure Antworten.


    Ich bin gestern selbst drauf gekommen und habe mal Wasser nachgefüllt: 250 ml!


    Da wundert es mich, das die Gute überhaupt noch ansprang. Seitdem ist es erheblich besser.


    Den Flüssigkeitsstand hatte ich den letzten 10 Jahren nie kontrolliert, sondern jeweils die Batterie gewechselt. Wieder was gelernt :-)


    Ich vermute dennoch, dass die Flüssigkeit quasi durch die Motorwärme weggekocht wird. Die Batterie ist direkt über dem Motor und dieses Jahr war es besonders heiss.


    Ich vermute mal, das die Hitze anderen Batterietypen auch nicht gut tut.


    4000 km in den zwei Jahren kamen etwa zusammen.


    Jan

  • Hallo Jan,

    habe mal Wasser nachgefüllt: 250 ml

    Das ist wirklich eine stattliche Menge. Wo Dir das mit dem Nachfüllen entgangen war: Wasser muss destilliertes Wasser sein. Man bekommt das in fast jedem Supermarkt. Leitungswasser ist nicht rein genug und je nach Zusammensetzung würde das zu einer erhöhten Selbstentladung führen und Du hast bald wieder Probleme.

    Ich vermute dennoch, dass die Flüssigkeit quasi durch die Motorwärme weggekocht wird.

    Das mag sein, dennoch "leben" andere anscheinend besser mit diesem Problem.

    Ich vermute mal, das die Hitze anderen Batterietypen auch nicht gut tut.

    Das ist richtig: Es ist wie bei Lebensmitteln im Kühlschrank: Kalt, vielleicht sogar gefroren, mag man sie nicht essen, aber sie halten länger. Batterien halten kalt länger, aber sie funktionieren bei Kälte nicht so gut.

    4000 km in den zwei Jahren kamen etwa zusammen

    Das sind ja nur 2000 km/Jahr. Da erübrigen sich doch fast die Überlegungen mit der Motorwärme, weil der Motor "fast nie" an war.

    Wenn in nur 4000 km der Flüssigkeitsstand von voll weit unter Minimum fällt, könnte ein Fehler des Spannungsreglers vorliegen, indem er Überspannung erzeugt, die beim Laden zu einer starken Gasung führt, bei der das Wasser zersetzt wird. Da muss man nicht nur öfter Wasser nachfüllen, sondern auch die Bleiplatten verschleißen schneller. Solche Fehler sind zwar bei der GS oder CS selten, kommen aber auch vor. Ich würde ein Nachmessen der Spannung empfehlen. Die Batteriespannung sollte bei mit erhöhter Drehzahl laufendem Motor nicht wesentlich über 14 Volt steigen. Liegt sie über 15 Volt, liegt ziemlich sicher ein Fehler vor.


    Normal wäre, wenn der Flüssigkeitsstand in 4000 km von voll etwas über Minimum fällt. Wenn man dann nicht rechtzeitig nachfüllt, fällt der Flüssigkeitsstand in den nächsten 4000 km unter Minimum und in den übernächsten soweit unter Minimum, dass die Platten nicht mehr bedeckt sind - dann treten Störungen auf.


    Eckart

  • Danke für eure schnellen Antworten.

    Ladespannung ist bilderbuchmässig 13,8 Volt. Ich bleibe erst mal bei der Batterie, die quasi wie neu ist, seitdem der Wasserstand nicht mehr bei 60 % liegt :-)

    Ich stelle mir schon die Frage, ob die Batterieplatten schaden genommen haben. Ich lass da heute abend mal das Ctek Ladegerät mit dem Recon Programm drüberlaufen.

    Destiliertes Wasser habe ich genommen. Es wird einfach verdammt heiss im Batteriefach. Ich habe einen Tankrucksack auf der Vogeltränke. Dadrunter wird es wirklich knackig warm.


    Erhaltungsladegerät hängt im Winter dran, aber nicht dauernd.


    Jan

  • Ich möchte das Thema nochmal aufgreifen:


    Nehmen wir an, meine Hypothese stimmt, dass die Batterie durch die Motorwärme quasi weggekocht wird.


    Was passiert dann mit einer Gelbatterie?

    Hat die eine Entlüftung?

    Platzt die einfach?

    Wie bekommt das dem Gel?

    Passende Antworten habe ich im Netz leider nicht gefunden.


    Jan

  • Hallo Jan,

    Was passiert dann mit einer Gelbatterie?

    ...

    Passende Antworten habe ich im Netz leider nicht gefunden.

    Ich werde Dir auch nicht auf alles passende Antworten geben können.

    Nehmen wir an, meine Hypothese stimmt, dass die Batterie durch die Motorwärme quasi weggekocht wird.

    Gekocht wird sicherlich gar nichts. Kochen ist bei 100 Grad.


    Aber man stelle sich eine Schale Wasser vor, die irgendwo im Warmen herumsteht. Das Wassser langsam wird immer weniger, es verdunstet.

    Etwas wissenschaftlicher: Es entschwindet in die Umgebung, weil bzw. der Dampfdruck höher als der in der Umgebung ist.

    Packt man einen Deckel auf den Topf, wird es weniger, weil ein Teil des Wassers darn kondensiert und wieder zurück ins Gefäß fällt, aber das Problem ist grundsätzlich immer noch da. Das wären in etwa die Verhältnisse bei einer Standard-Batterie mit flüssigem Elektrolyt.


    Nun stelle Dir ein verschlossenes Marmeladenglas vor. Da wird das Wasser drin bleiben. Der Druck wird sich etwas erhöhen, entsprechend dem Dampfdruck.

    Platzt die einfach?

    platzen wird es aber nicht, solange man bei moderaten Temperaturen bleibt. Das wären in etwa die Verhältnisse bei einer Gel-Batterie.


    Batteriewasser verschwindet aber normalerweise nicht in erster Linie durch die Verdunstung, sondern das Zersetzen von Wasser durch Elektrolyse. Das ist ein eigentlich unerwünschter, aber nicht ganz vermeidbarer Seiteneffekt beim Laden, Gasung genannt. Das entstehende Gas ist Knallgas, bestehend aus Wasserstoff und Sauerstoff. Diese beiden Gase haben eine sehr niedrige Siedetemperatur und einen entsprechend hohen Dampfdruck. Wenn sich diese Gase sich in einer verschlossenen Batterie anreichern, steigt der Druck. Allerdings enthalten wartungsfreie Batterien Stoffe, die diese beiden Gase reagieren lassen, sodass sie wieder zu Wasser werden. Falls das nicht funktioniert, beispielsweise weil mit einem so hohen Ladestrom bzw. Ladespannung geladen werden (z. B. bei einem kaputten Regler), sodass die Reaktion nicht nachkommt, könnte sich der Druck so erhöhen, dass die Batterie platzt. Damit das nicht passiert, gibt es Sicherheitsventile, die sie vorher entlüften. Den Vorgang des Zersetzen des Wassers bei übermäßiger Gasung wegen fehlerhaften Ladens nennt man verkochen - um noch mal aufs Kochen zurückzukommen - obwohl es sich hierbei nicht um ein Kochen im physikalischen Sinne handelt.


    Wie bekommt das dem Gel?

    Das Gel ist Kieselgur, dem selbst wird es wenig ausmachen. Aber wie alle chemischen Prozesse läuft auch die Alterung mit höherer Temperatur schneller ab, sodass eine heiße Batterie jeder Bauart kürzer leben wird. Quantitative Aussagen kann ich Dir leider nicht machen. Aber bei normaler Wartung - also nicht bei einer Nichtwartung wie bei Dir - scheinen die Batterielebensdauern wohl nicht so viel kürzer zu sein als bei anden Motorrädern, deswegen wäre es vielleicht übertrieben, von einem Konstruktionsfehler zu sprechen, aber vielleicht gäbe es bessere Platzierungen für eine Motorradbatterie.


    Passende Antworten habe ich im Netz leider nicht gefunden.

    Wie Du an meinen Links siehst, sind die meisten Antworten im Netz zu finden, aber vielleicht hat ja nicht jeder die Übung wie ich, sie auch zu finden.


    Eckart

  • Habe seit 4 Jahren und ca 40.000km eine Gel Batterie in der GS. Keine Startschwierigkeiten, im Winter immer eingebaut gelassen (Motorrad steht trocken aber unbeheizt in einem Lagerraum also Temperaturen gegen 0 Grad) und bisher nur 1 mal prophylaktisch geladen als ich im Stillstand diverse H4 Lampen getestet habe. In den 4 Jahren nicht 1 mal einen Gedanken an die Batterie verschwendet.

  • Hallo Forum,


    habe heute unsere zwei Motorräder F650CS und eine R1150R in eine neue Garage umparken müssen. Die Garage ist noch komplett offen (Dach ist drauf aber kein Garagentor, Fenster und Tür), sprich im Winter wird’s dort ordentlich kalt :D jetzt meine Frage, bei der CS habe ich die Batterie ausgebaut da es sich um eine Säurebatterie handelt. Bei der 1150er ist das ziemlich umständlich -> Batterie sitzt unterm Tank.

    Hierzu wichtige Fragen zu der 1150er Batterie:

    1. Handelt es sich auf dem Foto um eine Gelbatterie oder Säurebatterie, ist eine Exide Batterie.

    2. Darf ich die Batterie in der offenen Garage über dem Winter im Motorrad verbaut lassen oder schadet es ihr?

    3. Falls ich sie eingebaut lassen darf, würde ich sie alle 2-3 Wochen an eine CTEK 5.0 Ladegerät anschließen, ist das ok so?

    4. Schadet es den Motorrädern allgemeinen das sie bei diesen kalten Temperaturen in der offenen Garage stehen müssen?

  • Hallo Michl_E46,


    da ich ja ne 1150GS habe und ebenfalls mal diese Schrottbatterie für teures Geld , ja es ist eine GEL,

    dass Ctek sollte aber Gel-Batterien laden können ( ich habe ein anderes Ladegerät ) und ja es hilft die Lebensdauer zu verlängern.


    Mittlerweile habe ich diese Batterie verbaut und bei dem Preis hält die ca. 5 Jahre, dass hat die Exide oben leider 2 x NICHT geschafft und die kostet(e) damals fast das Dreifache.:cursing:


    Bei der Kung Long muss man nur die Anschlüsse etwas größer machen damit alles wieder passt.


    Wenn es draußen sehr kalt ist, hatte ich bei der 1150er auch oft ABS Blinken da der Anlasser ordentlich ackern muss, weg bekommt man das nur mit einer Hawker ( Reinblei ) , die ist allerdings ordentlich teuer,

    hält dafür aber ( bei einem Kumpel auch 1150er ) jetzt schon 12 !!! Jahre ( gute Pflege immer mit Erhaltungsladung ).


    :wave:


    Mac

  • Nachtrag zu 2) ;)


    also wenn du genau absehen kannst , dass du ab jetzt z.B. bis März niemals-nie-nicht fahren wirst , würde ich die Batterie ausbauen , ja ist blöd bzw. nervig bei dem Modell, dann an den Erhaltungslader,

    da ich auch schon mal im Winter öfters fahre lasse ich meine immer eingebaut , lade in der geschlossenen Garage über die Bordsteckdose ca. alle 2 -3 Wochen auf

    ( habe eine DWA + Uhr, die Batterie wir also etwas belastet ) bisher funktioniert diese Vorgehensweise gut.


    und 4)


    meine 1150er Stand auch mal mehrere Winter unter eine guten , dicken Abdeckplane draußen - hat die anstandslos überlebt , da Luftkühlung kann hier auch nicht wirklich was einfrieren.

    Es ist natürlich materialschonender (z.B. Sitzbank, ) wenn das Motorrad nicht gerade allen Umweltelementen schutzlos ausgesetzt wird - z.B. parken auf einer dreckanfälligen Freifläche mit Wind und Wetter ohne Plane,

    gibt es aber in unserer Nachbarschaft auch, hier sieht man aber dann schon im Frühjahr den notwendigen Reinigungsbedarf , z.B. Salzreste und Flugrost überall.:whistle:

    Ist sicherlich auch korrosionsfördernd.:giggle:



    :wave:


    Mac

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  • Hallo Michl,

    Darf ich die Batterie in der offenen Garage über dem Winter im Motorrad verbaut lassen oder schadet es ihr?

    Andere Fahrzeuge parken ja auch im Winter draußen und sie fahren trotzdem. Für Motorradbatterien gilt da nichts anderes.

    im Winter wird’s dort ordentlich kalt

    Wie kalt - dazu müsste man Deine Gegend näher kennen. In vielen Landstrichen wird es ja kaum kälter als knapp unter 0 Grad.

    Handelt es sich auf dem Foto um eine Gelbatterie oder Säurebatterie

    Da die Wandung undurchsichtig ist, muss es sich um eine wartungsfreie Ausführung handeln, also Gel oder AGM, wobei ich nicht weiß, ob oder wie sich die Technologie auf die Einfriertemperatur auswirkt.

    Ein leerer Blei-Säure-Akku gefriert bei etwas -11°C. Ein geladener erst bei -68°C.

    Ich bringe da immer diesen Link: http://mdvp.bplaced.net/Bat/Batterie.html#Einfrieren

    Die dort genannten Temperaturen unterscheiden sich zwar ein wenig, sind aber in der Tendenz gleich.

    Dazu muss man noch sagen, dass man Tiefentladung schon aus anderen Gründen vermeiden muss.

    Gelingt das, muss man sich um ein Einfrieren hierzulande eigentlich keine Sorgen machen.

    Andernfalls würde ich auch an einen Ausbau denken.

    Bei 50% Ladung sind es noch etwa -18 Grad.

    da Luftkühlung kann hier auch nicht wirklich was einfrieren.

    Natürlich fällt die Batterietemperatur auf die Außentemperatur ab, ganz unabhängig von der Belüftung.

    Zu einer Abdeckplane würde ich aus anderen Gründen raten, an der Temperatur ändert die aber nichts.


    Eckart