Schaum im Öltankdeckel, Ölstand steigt enorm, Springt nicht an

  • Nabend zusammen,


    vor gut 3 Monaten hab ich mir mein erstes Motorrad gekauft, eine GS, Bj. 1/2001. Ich bin jetzt 2000 km gefahren und habe festgestellt, das sich im Öltankdeckel leicht bräunlicher cremiger Schaum bildet, fraglich mit kleinen Wassertröpfchen. Das Öl riecht leicht nach Benzin. Nachdem mir aufgefallen war, das der Ölstand nach der Fahrt bei warmem Motor höher als Oberkante Schauglas stand, -was sich auch nach Abkühlung nicht wesentlich änderte-, habe ich ca 120 ml abgesaugt, so das der Ölstand bei kaltem Motor genau Mitte Schauglas stand.

    Im kühlmittelbehälter war etwas zu viel drin, was ich auch bis zur MAX-Markierung reduziert habe.

    Nachdem ich ca 30 km gefahren bin , mußte ich erneut 180 ml Öl abzapfen, Kühlmittelstand unverändert. Nach der nächsten 30 km dasselbe. Ich bin die Strecke jeweils nicht am Stück gefahren, mehrer Einkaufstopps.

    Zudem ist sie einige Male nach 5 Tagen Standzeit nicht oder nur nach langem orgeln angesprungen, einmal auch, nachdem sie nur über Tag gestanden hat. 3 x hab ich sie angeschoben (Kann das schaden?)

    Nach Angaben des Vorbesitzers wurde das Öl vor einem Jahr und max 2500 km gewechselt worden.

    Was meint Ihr dazu? Können die Startschwierigkeiten mit dem Ölthema zu tun haben? Wie sollte ich vorgehen?


    Beste Grüße, Uli

  • Wenn sich der Ölstand wirklich anhebt, während du fährst, dann muss das ja irgendwo her kommen. Das könnte dann eigentlich nur Kühlflüssigkeit sein. Wenn das Öl allerdings nur am Anfang nicht richtig gemessen wurde, dann war eventuell wirklich nur zu viel drin. Das ist leider ein häufiger Fehler.

    Ölstand an der F bestimmen ist eine kleine Wissenschaft. Der Motor muss halt richtig warm sein und das Mopped muss sehr gerade stehen.

    Bist du die jeweils 30km denn am Stück gefahren? Hauptursache für Benzin im Öl ist häufiger Kaltstart. Wenn man täglich 2km zur Arbeit fährt zum Beispiel.

    Wenn es das nicht ist könnte das auf mehrere Baustellen hindeuten. Kolbenringe verschlissen habe ich zwar noch nie bei der F gehört, wäre aber denkbar. Ansonsten unbedingt den Stand der Kühlflüssigkeit im Blick behalten und zwar nicht im Ausgleichsbehälter sondern direkt im Kühler.

    Wenn die Kühlflüssigkeit weniger wird (nochmal: unbedingt direkt im Kühler nachsehen) und das Öl mehr dann ist vermutlich die WaPu defekt und die Kontrollbohrung verstopft. Linke Seite von unten knapp neben dem Kupplungsdeckel in Fahrtrichtung vorne ist eine kleine Kontrollbohrung. 5mm oder so also wirklich nicht groß. Die muss frei sein.

    Wäre denkbar, dass ein Vorbesitzer da die Leckage bemerkt hat (genau dafür ist die Bohrung da) und als "schnelle Reparatur" einfach die Kontrollbohrung zu gemacht hat. Dann drückt es dir Kühlflüssigkeit ins Öl.

    Benzingeruch im Öl sollte bei einer längeren Fahrt weg gehen. Bei den aktuellen Temperaturen würde ich sagen so um die 50-100km, dann sollte das Benzin da wieder raus verdunstet und über die Kurbelgehäuseentlüftung entsorgt sein.

  • Der bräunlich-cremige Schaum ist eine ÖL-Wasser-Emulsion. Du hast also definitiv Wasser im Öl, worauf auch die Wassertropfen am Deckel hindeuten. Die Frage ist, wo kommt es her?

    Es kann sich Kondenswasser bei extremen und häufigen Kurzstrecken bilden, habe ich bei Motorrädern aber bisher äußerst selten gesehen.

    Wahrscheinlicher ist, daß es Kühlwasser ist. Du schreibst zwar, daß sich der Kühlwasserstand nicht verändert, aber Du solltest um sicher zu gehen unbedingt das Kühlsystem auf Dichtheit prüfen lassen. Dabei wird das System mit Pressluft über einen speziellen Kühlerdeckel unter Druck gesetzt, und man beobachtet die Reaktion.

    Es sieht für mich ganz nach einer defekten Zylinderkopfdichtung oder schlimmer noch nach einem gerissenen Zylinderkopf aus- ich hoffe aber für Dich, daß ich falsch liege und es 'nur' die Wasserpumpe ist...


    Beste Grüße

    Gerd

  • Danke Alex für die schnelle Antwort. Kühlflüssigkeit hab ich auch am Kühler kontrolliert, Stand ist gleich geblieben.

    Die 30 km bin jeweils mit 2-4 Zwischenstopps gefahren, die letzte Etappe 7 km. Auch ansonsten fast nur 10 km-Strecken, Arbeit, Einkauf, Kindergarten.

    Die Kontrollbohrung schaue ich mir morgen mal an.

    Ölstandkontrolle mache ich auf ebenem Untergrund , auf dem Hauptständer, Vorderrad am Boden.

    Mit der längeren Tour nehme ich auch mal in Angriff.

    Hast Du noch ne Idee zu den Startproblemen?


    Gruß Uli

  • Hallo Uli,

    Hier noch ein paar Ergänzungen zur Antwort davor

    sich im Öltankdeckel leicht bräunlicher cremiger Schaum bildet

    Sowas ist möglich und allein noch kein Indiz für einen Fehler.

    Das Öl riecht leicht nach Benzin.

    Das kann - wie von bwm erwähnt - am Kurzstreckenbetrieb liegen, aber ein Fehler ist deswegen nicht ausgeschlossen.

    Nachdem mir aufgefallen war, das der Ölstand nach der Fahrt bei warmem Motor höher als Oberkante Schauglas stand, -was sich auch nach Abkühlung nicht wesentlich änderte-, habe ich ca 120 ml abgesaugt, so das der Ölstand bei kaltem Motor genau Mitte Schauglas stand.

    Das richtige Messen des Ölstands ist eine FAQ, die aber eigentlich die Bedienungsanleitung beantwortet:


    Motor im Leerlauf laufen lassen, bis der Lüfter anläuft, anschließend noch eine Minute weiterlaufen lassen.

    Motor ausschalten.

    Betriebswarmes Motorrad senkrecht halten, dabei auf ebenen und festen Untergrund achten.

    Jetzt kann man den Ölstand ablesen. ein niedriger oder höherer Ölstand zu anderen Zeitpunkten oder unter anderen Bedingungen ist bedeutungslos.

    Im kühlmittelbehälter war etwas zu viel drin, was ich auch bis zur MAX-Markierung reduziert habe.

    Du hast wahrscheinlich nur den Ausgleichsbehälter betrachtet. "etwas zu viel" kann eigentlich kein Problem sein, wenn die Ursache war, dass ein bisschen zuviel eingefüllt wurde. Auch hier der Hinweis auf die Bedienungsanleitung.


    ist sie einige Male nach 5 Tagen Standzeit nicht oder nur nach langem orgeln angesprungen, einmal auch, nachdem sie nur über Tag gestanden hat. 3 x hab ich sie angeschoben (Kann das schaden?)

    Das eigentliche Anschieben ist zwar kein Problem, weil es dem Motor egal ist, ob der vom Anlasser oder einer anderen Kraft gedreht wird. Allerdings ist der Grund des Anschiebens ja meistens eine Störung. Wenn dadurch Benzin den nicht anspringen wollenden Motor unverbrannt passiert, ist das natürlich nicht gut.


    Der Motor springt nicht immer so spontan an, wie man es von anderen Motorrädern kennt. Daher den Anlasser lieber ein Moment zu lang drücken als zu kurz. Meiner Erfahrung nach springt der Motor normalerweise sofort an. Wenn aber doch nicht oder wenn man ihn danach gleich wieder abgewürgt hat, muss man bei Folgeversuchen länger versuchen. Bei den augenblicklichen Temperaturen sollte man immer im Leerlauf anlassen, also nicht bei gezogener Kupplung im ersten Gang.


    Eine Batterie unbekannten Alters könnte die für winterliche Bedingungen vielleicht zu altersschwach und daher ersatzbedürftig sein.


    Was meint Ihr dazu? Können die Startschwierigkeiten mit dem Ölthema zu tun haben? Wie sollte ich vorgehen?

    Können ja, aber ich würde erst einmal näher liegende Ursachen wie eine verbrauchte Batterie in Betracht ziehen.


    Eckart

  • Guten Morgen und vielen Dank auch Euch Gerd und Eckart.


    Noch mal zum eindeutigen Verständnis: Bei der Ölstandkontrolle soll die BMW gerade und eben auf beiden Rädern stehen und nicht auf dem Hauptständer!?


    Da mir noch nie aufgefallen ist, das der Lüfter anspringt, wie lange dauert das etwa im Leerlaufbetrieb, der könnte ja auch defekt sein.


    Batterie: Sie könnte also, obwohl der Anlasser dreht, zu schwach sein um den Motor zu starten!? Der Motor ist auch bei meiner anfangs immer gut angesprungen, das Problem könnte tatsächlich mit beginnender Kälte einhergehen.


    Der Kühlmittelstand im Kühler hat sich augenscheinlich auch nicht verändert, doch ich werde es mal richtig messen. Kann ich da wohl ggf Kühlmittel nachfüllen, was ich noch da habe oder soll es das von BMW empfohlene sein?


    Danke für Eure Erfahrungen und Wissen, Uli

  • Habe deine Probleme kurz quer gelesen ... irgendein Kühlmittel nachfüllen, was du da hast ? ...
    Die Dichtflächen der Wasserpumpe reagieren recht empfindlich auf null-acht-fünfzehn Kühlmittel. Es sollte für Alu-Motorenblöcke sein. Das von BMW ist nicht teurer als übliche. Sowas vom Lebensmittel-Discounter würde ich nicht nehmen.
    Das richtige Ölstand-messen solltest du beherzigen . Eigentlich macht man es nur einmal nach einem Ölwechsel. Der Motor verbraucht sonst kein Öl.
    Anhand deiner Beobachtungen und Erklärungen glaube ich eher, dass du den Motor etwas überanspruchst, weil du nur Kurzstrecken fährst. Gerade beim Einzylinder braucht der längere Strecken um die Kaltstartphase abzuschließen und den Benzinüberschuss im Motorraum zu verbrennen.

    "180ml Öl abzapfen" und so mikroskopische Maßnahmen .... da kommst du mit Kurzstecken fahren nicht weiter.

    Ich vermute eher dass da dein Problem liegt.

    Diese kurzen Wege - mit einem Verbrenner und dann noch Einzylinder, der nichtmal warm wird - keine gute Idee.


    Wenn die Batterie zu schwach ist, merkt man das eher an der Unwilligkeit den Anlasser durchzudrehen.
    Und - so als Anfänger - KEIN Gas geben beim Anlassen. ...

  • Ich weiß jetzt nicht, welches Kühlmittel Du da hast - aber auf keinen Fall solltest Du irgendein Kühlmittel nachfüllen! Die Verträglichkeit untereinander ist nicht gewährleistet (kann 'ausflocken' und wie bpausb schon schreibt ist die Verträglichkeit mit den in Deinem Motor verbauten Materialien unter Umständen nicht gegeben), zudem ist das von BMW wirklich nicht teuer.

    Auch würde ich nicht allzu viel fahren, bevor die Ursache für die 'Ölvermehrung' nicht geklärt ist. In dem Maße - wie es bei Dir der Fall zu sein scheint - verdünntes Öl (egal, ob durch Kraftstoff oder Wasser) tut Deinem Motor nicht gut. Investier das Geld und die Zeit in einen Dichtheitstest des Kühlsystems wie unter #3 beschrieben, dann kannst Du das schonmal ausschließen bzw. hast den Fehler gefunden. Von durchgebrannten Kopfdichtungen oder gerissenen Köpfen bei der 'F' habe ich zwar noch nie gehört (der Rotax ist äußerst robust), aber wenn der Vorbesitzer den Motor mal stark überhitzt hat, ist alles möglich. Und wenn die Wasserpumpe undicht ist und Wasser ins Öl drückt, findest Du es auf diese Weise auch heraus.

    Zum Kühlerlüfter: Meiner läuft (auch bei den gegenwärtigen Aussentemperaturen) nach spätestens 10 Minuten im Leerlauf an.

    Zur Batterie: Wenn Du wie Du schreibst mit dem Anlasser lange 'orgeln' kannst, würde ich die Batterie als Ursache für die Startschwierigkeiten ausschließen. Wasser oder zuviel Kraftstoff im Brennraum können dafür auch ursächlich sein. Und grundsätzlich beim Starten (ob warm oder kalt): Hände weg vom Gasgriff!


    Gruß

    Gerd

  • Hallo zusammen, ist doch alles ganz normal, ich verstehe die Sorge nicht. Ölschlamm bei dem Wetter und kurzen Strecken ist normal. Dass es dabei etwas nach Sprit richt auch.


    Der Ölstand wird halt mehr, wenn bei "halbwarmen" Motor und danach bei Betriebstemperatur gemessen wird. Wäre auch ein Problem wenn nicht.


    Ich habe nirgendwo gelesen, dass Wasser nachgefüllt werden musste. Sollte es so kommen, würde ich entweder nur Wasser nehmen oder komplett neu befüllen. Niemand kann sagen was derzeit drin ist.


    Ich würde mir auch keine Gedanken machen wegen den Kurzstrecken. Wenn nicht mit einer 20 Jahre alten F, womit dann?

  • Ich würde mir auch keine Gedanken machen wegen den Kurzstrecken. Wenn nicht mit einer 20 Jahre alten F, womit dann?

    jepp, seh´ ich genauso. Meine Kurzstreckenschlampe (Honda XL500R) benutz´ ich seit ca. 25 Jahren meist nur für Fahrten zum Ziggiautomaten o.ä. auf alle Fälle immer unter 5km. Und mittlerweile hab´ ich knapp 100.oookm auf der Uhr

  • Im kühlmittelbehälter war etwas zu viel drin, was ich auch bis zur MAX-Markierung reduziert habe.

    Sobald man hier ein mögliches Problem anspricht, kommen natürlich jede Menge Hinweise, was möglicherweise alles kaputt sein könnte. Ist das Motorrad in Ordnung, muss weder Kühlmittel noch Öl abgelassen noch nachgefüllt werden. In der Regel reicht eine gelegentliche Kontrolle.

    Noch mal zum eindeutigen Verständnis: Bei der Ölstandkontrolle soll die BMW gerade und eben auf beiden Rädern stehen und nicht auf dem Hauptständer!?

    Soll, ich habe es immer auf dem Hauptständer gemacht. Es kommt auch nicht auf den Milliliter an. Ein Problem ist es erst, wenn man zu wenig oder viel zu viel füllt, weil man nicht weiß, wie man nachfüllt und kontrolliert. In diesem Zusammenhang wird hier gelegentlich von Überfüllungen berichtet. Öl sammelt sich dann am Luftfilter und kann aus dem nach unten heraushängenden Schlauch abgelassen werden, wozu man den Stopfen entfernen muss.

    Batterie: Sie könnte also, obwohl der Anlasser dreht, zu schwach sein um den Motor zu starten!? Der Motor ist auch bei meiner anfangs immer gut angesprungen, das Problem könnte tatsächlich mit beginnender Kälte einhergehen.

    Eine klare Antwort kann ich Dir da nicht geben, weil andere Ursachen denkbar sind, z. B. auch Probleme mit der Zündung. Wenn bei Starthilfe, z. B. mit einer Powerbank, alle Startprobleme weg sind, war es das wohl. Siehe RE: Batterieprobleme bei Kälte und mobile Starthilfegeräte

    Ich würde mir auch keine Gedanken machen wegen den Kurzstrecken. Wenn nicht mit einer 20 Jahre alten F, womit dann?

    Ganz meine Meinung.


    Eckart

  • Hallo Zusammen,

    hab nun heute mal vorschriftsmäßig den Ölstand kontrolliert (nach 12 minuten Leerlauf schaltete der Lüfter an, dann noch ne Minute weiterlaufen, ausschalten ) : Ölstand OK Schauglas. Hab noch mal 150 ml Öl abgezapft (bis Mitte Schauglas), da ich mal probieren wollte, was passiert, wenn ich heut mal mind 50 km am Stück fahre. Ebenfalls Kühkmittelstand im Kühler kontrolliert.

    Dann ne knappe Stunde im Schneeregen bei entsprechenden Temperaturen gefahren: ÖL wieder knapp unter Ok Schauglas, Kühlmittel im Ausgleichbehälter und Kühler völlig unverändert.

    Beim Starten ist sie beim Dritten längeren "Orgeln" gekommen, hab jedoch zu früh den Anlasser losgelassen, wieder aus-dann noch 3 Startversuche und sie lief.

    Spritgeruch weiterhin, scheint nicht komplett verdampft zu sein, Batterie scheint wohl auch nicht das Problem zu sein. Kühlsystem scheint also auch nix zu verlieren.

    Morgen schau ich mal nach dem Luftfilter, neue Kerze rein. Und dann? Macht Ölwechsel Sinn, , so das ich dann auch weiß, das die Menge stimmt?


    Da hab ich gleich noch ne Frage: der Gasgriff geht nicht mehr selbständig zurück, Ist das ein bekanntes Problem? Wie würdet Ihr da vorgehen?


    Bin schon mal froh, das die Kurzstrecken nicht von allen als großes Problem angesehen werden.


    Vielen Dank schon mal in Vorfreude auf weitere Tipps, Uli

  • Um Kondenswasser und Spritanreicherung durch Fahren aus´m Motor / Öl zu kriegen, sind mehr als 200KM flinke Dauerfahrt erforderlich.

    Die Fahrten in derzeitigem Wetter sind dazu nicht geeignet. Nur ´n bißchen warmes Kühlwasser mit kurz laufendem Lüfter reicht nicht, der Motor muss ackern.


    Kurzstrecke bei 10 - 20°C ist was anderes als bei 0 - 5°C.


    Was spricht dagegen, das Öl vor der Zeit zu wechseln?


    MfG

    Volker

  • Häufige Kurzstrecke ist nicht unbedingt gut für den Motor aber auch nicht so schlecht, wie es gerne dargestellt wird.

    Wenn du 10 mal 5km fährst hast du den Motor weniger stark belastet, als wenn du 10 mal 50km gefahren wärst. Die Anzahl der Kaltstarts ist in beiden Szenarien gleich - 10. Insofern ist ein kurzer Arbeitsweg immernoch besser als ein langer weil die Anzahl, wie oft du auf Arbeit fährst ist in beiden Fällen gleich aber der Gesamtverschleiß ist beim längeren Weg höher.


    Zur Ölstandskontrolle: ich würde da dem Betriebshandbuch widersprechen. Der Motor muss wirklich richtig durchgewärmt sein. 20 Minuten oder km Fahrbetrieb sind mein persönliches Minimum für eine Ölstandskontrolle. Ich mach die Kontrolle aus Bequemlichkeit normalerweise auf dem Hauptständer. So groß ist der Unterschied nicht.


    Lüfter hast du ja inzwischen getestet. Einfacherer Test wäre gewesen, auf der rechten Seite am Kühlmitteltemperatursensor den Stecker zu ziehen. Dann geht der Lüfter an. Alternativ kann man den auch mit Motoscan und einem Diagnosestecker ansteuern, wenn vorhanden.


    Hast du die WaPu Bohrung mal kontrolliert? Auch mal versucht, etwas rein zu stecken?


    Ansonsten ich würde denke ich das Öl mal wechseln. Mach ich nach dem Kauf sowieso immet. Kostet nicht die Welt und man weiß nie, was und wie lange da schon drin ist. Wasser und Benzin im Öl können wie gehabt durch häufige Kurzstrecke erklärt werden. Bei einer längeren Fahrt bei höheren Temperaturen sollte das weg sein, sofern du wirklich kein Kühlmittel verlierst.

    Wenn es auch bei längeren Touren noch da ist bzw nach dem Ölwechsel schnell wiederkommt dann ist etwas im argen.


    Das Kühlsystem der F kann man übrigens soweit ich weiß nicht ohne weiteres abdrücken. Es gibt eine nicht Dichte Leitung vom Kühler zum Ausgleichsbehälter und dieser hat ein Loch im Deckel und auch der Deckel selbst ist nicht druckfest. Im Kühlerdeckel ist noch ein Federgelagter Deckel, der abdichten aber eben auch bei Überdruck auslösen soll. Ich weiß aber nicht a) ob der überhaupt Gasdicht ist und b) bei welchem Druck der auslöst. Kann also sein, dass du ein Leck feststellst, obwohl alles so funktioniert, wie es soll.


    Aber wenn das Kühlmittel im Kühler bis oben hin steht und dort bleibt und auch der Stand im Ausgleichsbehälter gleich bleibt sehe ich auch aktuell keine Not, das Kühlsystem abzudrücken.

  • Uli, dein Mopped ist in Ordnung.


    Genieß das Fahren und mach dir keine Sorgen!


    Und wenn du langweile, Lust am Schrauben oder einfach nur das Motorrad kennen lernen möchtest:


    Ölwechsel, Zündkerzen erneuern, Kühlwasser wechseln und das Ding ist wie neu :-)


    Und auch hier, mach es wenn du Lust hast. Ob jetzt oder im April wenn es etwas wärmer wird, bleibt mit Sicherheit ohne Folgen.

  • dein Mopped ist in Ordnung.

    Also so ganz stimmt das ja nicht, aber trotz der Diskussion sehe ich keinen Anhaltspunkt dafür, dass mit Öl oder Kühlung etwas nicht stimmt.


    Aber es gibt ja noch die Startprobleme und dieses Problem:

    der Gasgriff geht nicht mehr selbständig zurück, Ist das ein bekanntes Problem?

    Jein. Vorgekommen ist das schon, ist aber nicht häufig. Vielleicht hilft dieser Thread weiter:

    Gasgriff geht nicht von allein zurück


    Hier im Thread wurde ja schon erwähnt, dass beim Starten kein Gas gegeben werden darf. Sollte durch das Klemmen beim Start Gas gegeben werden, könnte das Probleme bedeuten, ob wie beobachtet, kann ich allerdings nicht sicher sagen.



    Beim Starten ist sie beim Dritten längeren "Orgeln" gekommen, hab jedoch zu früh den Anlasser losgelassen, wieder aus-dann noch 3 Startversuche und sie lief.

    Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Folgestartversuche länger dauern, wenn der erste nicht gelingt.


    Wenn Du meinem Vorschlag mit dem Versuch der Starthilfe nicht folgen kannst oder willst, wäre eine Alternative, die Batterie vor dem nächsten Startversuch zu laden oder/und über Nacht ins Warme zu bringen. Bekanntlich ist der abgegebene Startstrom bei Kälte geringer, obwohl er größer sein müsste, weil der kalte Motor schwerer dreht.


    Dass ein späterer Startversuch dann doch gelingt, liegt einerseits daran, dass der Motor trotz kaltem Öl leichter dreht, wenn das Öl nach den vorangegangenen Fehlversuchen besser verteilt ist und zum anderen, dass der von der Batterie abgegebene Startstrom nun höher ist - auf den ersten Blick paradoxerweise, aber wegen des hohen Startstroms des Anlasser erwärmt sie sich etwas.


    Ansonsten sind Probleme mit der Zündkerze oder ihrer Zuleitung bzw. dem Stecker häufiger genannte Ursachen für Probleme beim Motorlauf. Aber eins nach dem anderen.


    nach 12 minuten Leerlauf schaltete der Lüfter an

    Bei der derzeitigen Wetterlage springt der Lüfter im normalen Fahrbetrieb nicht an, man muss es also schon provozieren.

    Macht Ölwechsel Sinn

    Bei einem unbekannten oder als überzogen bekannten Wartungszustand wäre das zu empfehlen. Aber nur weil das Öl ein bisschen schäumt würde ich das nicht tun. Ob der Benzingeruch bedenklich ist, kann ich übers Forum natürlich nicht sehen.


    Eckart

  • Ach der Gasgriff.

    Tipp: für augenscheinlich eigenständige Probleme eigene Themen eröffnen. Sonst gehen die unter.

    Klemmender Gasgriff können mehrere Sachen sein, ich würde aber auf einen sich auflösenden Gaszug tippen. Kann aber auch die Leichtgängigkeit der Drosselklappe selbst sein, Leichtgängigkeit der Umlenkmechanik am Gasgriff oder Leichtgängigkeit der Gasgriff-Mechanik selbst.


    Startprobleme gibt es viele sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Da wäre ein eigenes Thema sinnvoller denke ich. Ist eher unwahrscheinlich, dass das mit dem schäumenden Öl zusammenhängt.

    Meine ganz allgemeinen Kurztipps: Batterie, Zündkerze, Ventilspiel. Wenn es davon nichts ist müsste man detaillierter weitersuchen.

  • Das Kühlsystem der F kann man übrigens soweit ich weiß nicht ohne weiteres abdrücken. Es gibt eine nicht Dichte Leitung vom Kühler zum Ausgleichsbehälter und dieser hat ein Loch im Deckel und auch der Deckel selbst ist nicht druckfest. Im Kühlerdeckel ist noch ein Federgelagter Deckel, der abdichten aber eben auch bei Überdruck auslösen soll. Ich weiß aber nicht a) ob der überhaupt Gasdicht ist und b) bei welchem Druck der auslöst. Kann also sein, dass du ein Leck feststellst, obwohl alles so funktioniert, wie es soll.

    Deswegen kommt beim korrekten Abdrücken ja auch ein spezieller Kühlerdeckel zum Einsatz. Damit wird nur der Kreislauf Motor-Kühler unter Druck gesetzt, die Leitung zum Ausgleichsbehälter und dieser selbst bleiben drucklos. Man kann so das System auf Druckverlust prüfen - und wenn es einen solchen gibt, sieht man bei kaltem Motor besser, wo Kühlmittel austritt.


    Uli, dein Mopped ist in Ordnung.


    Genieß das Fahren und mach dir keine Sorgen!


    Sehe ich nicht so. Wenn ich die Angaben von Uli richtig interpretiere und der Ölstand jedesmal korrekt geprüft wurde (wovon ich jetzt mal ausgehe), dann wurde auf ca. 60 km die Ölmenge um 650 ml 'vermehrt'. Das ist bei 2,3 l Ölinhalt mehr als ein Viertel! Eine solche 'Ölvermehrung' ist nicht normal, gefärdet die ausreichende Schmierung durch Ölverdünnung (egal, ob nun durch Kraftstoff, Kondens- oder Kühlwasser) und der Sache würde ich auf den Grund gehen!