Standgas weg

  • Mich beschäftigt immer noch ein Vorfall, der sich auf meiner letzten Reise ereignet hat.

    Auf den ersten Blick mag sich das ähnlich anhören wie Motor stirbt ab aber das Problem liegt wohl doch ein bisschen anders:


    Nach dem ersten Stop an einer Landstraße nach der Fährüberfahrt war das Standgas meiner F800GS weg, d. h. ich musste das Gas halten, damit der Motor nicht ausgeht. Auch nach einem Ausschalten der Zündung war das Problem nicht weg. Erst nach einer 2-stelligen Anzahl von Kilometern normalisierte sich das Verhalten langsam wieder, d. h. der Motor ging zunächst einmal beim Gaswegnehmen nicht gleich aus, später gar nicht mehr bei allerdings instabiler Leerlaufdrehzahl, noch später war das Problem schließlich ganz weg.


    Am Folgetag hatte sich das Ganze noch einmal wiederholt.


    Zum Glück hat sich das Problem an den weiteren Tagen nicht mehr wiederholt, denn auf den kleinen Straßen Cornwalls oder im stockenden Großstadtverkehr wäre das ein großes Problem geworden.


    Auch jetzt läuft wieder alles normal.


    Was könnte das gewesen sein ?


    Batteriespannung hatte ich kontrolliert, die war im grünen Bereich, auch während der Störung.



    Eckart

  • Ein ähnliches Problem hatte Juhei beim Ostertreffen. Die genaue Lösung weis ich nicht. Jedoch wurde ein ähnliches Startprozedere (Anlernen) wie bei der alten R13 angewand. Ob das Problem damit nachhaltig gelöst wurde kann Jürgen sicher besser beantworten.

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

  • Eine Möglichkeit wäre der Leerlaufsteller + Anbauteile

    ???


    Hier ein Link, in der Zeichnung ist der Leerlaufsteller #14, damit sollte klar sein wo er ist.

    https://www.leebmann24.de/bmw-…19&og=01&hg=13&bt=13_1249



    Also bei modernen Motorren wird der Leerlauf über einen Leerlaufsteller geregelt. Es gibt natürlich für das beschriebene Problem noch andere Möglichkeiten. Ist das Problem aber nur im LL aufgetreten könnte es schon der Leerlaufsteller sein.


    Hier eine recht gute Erklärung wie das Ding prinzipiell funktioniert

    https://www.hella.com/techworl…er-3601/?rdeLocaleAttr=DE


    Aber wie immer bei Ferndiagnosen, eben nur eine Möglichkeit.

    Auf jeden Fall kannst du dir die ganzen Schläuche die am Luftfilterkasten befestigt sind mal anschauen ob die Risse haben und fest sitzen.


    Dann mal viel Erfolg.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von rotax () aus folgendem Grund: Link eingefügt

  • Interessant. Ich kenn den Leerlaufsteller bisher nur als Teil der Drosselklappe. Einzeln im LuFi Gehäuse hab ich noch nie gesehen.

    So oder so: ich hatte damit tatsächlich schon mal ein Problem damals in meinem 99er B Vectra. Das Standgas war auch etwas unruhig. Hab das Ding und die Drosselklappe ausgebaut und gemeinsam gereinigt und danach das Problem erstmal verschlimmert. Das Lag aber daran, dass ich die über 10 Jahre alte Dichtung unter der Drosselklappe nicht da hatte. Mein Auto hatte dann richtiges Sägezahn-Gas. An der Ampel klang das so, als ob ich sehr regelmäßig mit dem gas rumspiele. Da hat sich sogar tatsächlich einer zu nem Ampelrennen herausgefordert gefühlt. Fand ich irgendwie lustig.

    Naja nachdem ich die Dichtung auch getauscht hab war das Problem wieder weg.

  • Leerlaufsteller

    Vielen Dank für die ausführliche Erklärung des Motorbestandteils, mit dem ich mich noch nie befasst habe, weshalb mir das Stichwort nicht ausreichte. Ich werde auch nicht so weit gehen (können), das Ganze zu zerlegen, aber zumindest sehe ich mir in den nächsten Tagen die Schläuche näher an:

    Auf jeden Fall kannst du dir die ganzen Schläuche die am Luftfilterkasten befestigt sind mal anschauen ob die Risse haben und fest sitzen.

    Immerhin sieht das gute Stück ja regelmäßig eine Werkstatt und Risse müssten ihre Wirkung ja auch jetzt noch entfalten, aber den festen Sitz werde ich prüfen. Aktuell läuft alles rund, was eine nachträgliche Fehlersuche erschwert.

    Vielleicht äußert sich ja noch Juhei zu seinen Erfahrungen:

    Ob das Problem damit nachhaltig gelöst wurde kann Jürgen sicher besser beantworten.

    Eckart

  • Eckart, genau das Gleiche hatte ich neulich auch an meiner 800er. Kein Leerlauf, wenn man kein Gas gibt, geht sie aus. Ich habe dann die Stellschraube am Gasdrehgriff rausgedreht bis ca 1000 Umin und kam dann wenigstens zur Arbeit. Ich habe dann den Fehler in Foren gesucht (kommt häufig und tw penetrant vor) und fand den Tipp, dass der Gaszug unbedingt Spiel braucht, damit das Moped den Leerlauf regeln kann. Evt gab es kein Spiel als der Fehler auftrat. Ich habe dann die Einstellschraube wieder reingedreht und alles war wieder i.O.


    Mysteriös.

    Franz

  • Hatte bei meiner G 650 GS vorgestern das gleiche Problem, habe deswegen meine begonnen Reise abgebrochen. Angekündigt hatte sich das Ganze einen Tag vorher mit einem schlechten Leerlauf und einer etwas verzögerten Gasannahme.

    Procedere: Ansauggeräuschdämper abgebaut, Motor gestartet, läuft im LL einwandfrei, Luftsensor ausgebaut, gereinigt, Widerstand bei Umgebungstemperatur (25°C) gemessen, Sensor in den Gefrierschrank gelegt, Widerstand gemessen, unterschiedliche Widerstände sind plausibel, Spannung am Stecker für Luftsensor korrekt mit 5 V. Alles zusammengebaut, Motor läuft einwandfrei, abgebrochene Reise nach 1 h fortgesetzt. Weiß definitiv nicht was die Fehlerursache war.


    bob-muc

  • G 650 GS vorgestern das gleiche Problem

    Natürlich müssen die Verhältnisse bei diesem Modell nicht auf die F800GS übertragbar sein.

    Leerlaufsteller

    An dieses Teil kann/will ich erstmal nicht rangehen, aber:

    Auf jeden Fall kannst du dir die ganzen Schläuche die am Luftfilterkasten befestigt sind mal anschauen ob die Risse haben und fest sitzen.

    Habe ich inzwischen gemacht und keine Auffälligkeiten festgestellt. Die Schläuche sind m. W. nicht mehr die ersten, die wurden werkstattseitig schon mal bei einer Inspektion ersetzt.

    dass der Gaszug unbedingt Spiel braucht, damit das Moped den Leerlauf regeln kann.

    Spiel ist da !


    Ich habe aber schon mal darüber nachgedacht, ob ich beim Anlassen versehentlich leicht Gas gegeben haben könnte. Von den Einzylindern ist ja bekannt, dass die dann zu solchen Effekten neigen. Wegen des sporadischen Auftretens ist das aber schwer feststellbar, auch wenn das Problem dann mit so großer Verzögerung auftritt. Mir ist auch nicht bewusst, jetzt etwas anders zu machen als in den vergangenen Jahren. Vielleicht das verflixte 7. Jahr ?

    Auch jetzt läuft wieder alles normal.

    Nicht ganz eben, denn tatsächlich ist das Problem inzwischen schon ein paar Mal wieder aufgetreten, wenn auch nicht mit der Heftigkeit wie beim ersten Mal Mitte April.

    Weiß definitiv nicht was die Fehlerursache war

    Nichts Neues leider auch von mir, aber wenn ich mehr weiß, werde ich es das Forum wissen lassen.


    Eckart

  • Mal ein Update zu diesem Fall:


    Das Problem war zunächst irgendwann von allein verschwunden. Als ich das gute Stück im August in die Werkstatt zur Inspektion brachte, war das Problem bereits seit mehr als einem Monat nicht mehr aufgetreten. Trotzdem hatte ich die Werkstatt darauf aufmerksam gemacht, die Symptome beschrieben und auch Tips genannt, die ich bekommen hatte. Man hatte allerdings nichts gefunden und da kann ich nicht mal böse sein, denn einen Fehler, der sich nicht zeigt, kann man schlecht suchen.


    Aber noch an dem Tag, wo ich das Motorrad von der Inspektion abgeholt hatte, trat der Fehler erneut auf. Offenbar haben ihn die Werkstattarbeiten wieder herausgekitzelt. Leider musste ich schon bald wieder hin - Lichtmaschinenausfall (bekanntes Problem bei diesem Modell, aber immerhin hat sie bei mir trotzdem fast bis 120000 km gehalten) - und habe bei dieser Gelegenheit erneut auf das Problem aufmerksam gemacht. Aber wieder wurde nichts gefunden. Angeblich auch kein Eintrag im Fehlerspeicher, wobei ich nicht weiß, ob etwaige Einträge den Stromausfall überleben.


    Nachdem ich nun schon eine Weile mit dem Fehler leben musste, kann ich ein paar mehr Angaben zum Erscheinungsbild machen:


    Im Kurzstreckenbetrieb (Weg zur Arbeit, 16 km) tritt der Fehler so gut wie nie auf.

    Doch jetzt war ich auf Reisen und hatte da leider öfter mit dem Problem zu tun.

    Damit der Fehler auftritt, muss man zuvor schon einige km etwas zügiger gefahren sein, also kein Stadtverkehr, sondern (größere) Landstraße oder Autobahn (nicht: Stadtautobahn). Wenn man dann das Gas mit dem Ziehen der Kupplung wegnimmt - typisches Beispiel: Einfahren in einen Kreisverkehr, Halten an einer Kreuzung, kann sich das Problem zeigen. Durch Halten der Drehzahl mit dem Gas kann man das Problem zunächst vermeiden. Wenn man während der Fahrt gleich wieder anlassen will, muss man das Gas auch halten. Um das Problem zu beseitigen, muss man anhalten und die Zündung aus machen. Nach dem Wiedereinschalten habe ich dann meist das Gas vor dem Anlassen ein paar mal kurz voll aufgezogen, wie ich es als Reset-Prozedur mal gelesen hatte. Danach hat man fast immer wieder für mindestens 15 km Ruhe. Zweimal gab es aber schon Probleme mit der Gasannahme während der Fahrt, sodass ich halten musste. Besonders prickelnd ist das Problem, wenn man einen Berg in Kehren bergauf fährt.

    Doch auf das Problem ist kein Verlass: Auf der Rückfahrt mit fast 400 km ist das Problem bei hohem Landstraßen- und etwas Autobahnanteil nur ein einziges Mal, nämlich kurz vor Berlin, aufgetreten. So ist es natürlich auch schwierig, eine Werkstatt darauf anzusetzen.


    Der Tankstand scheint auch keinen Einfluss zu haben.


    Jetzt habe ich mal einen Vergaser- und Einspritzsystemreiniger (additiv) hineingeschüttet (Tip eines Bekannten nicht aus dem Forum). Die Hoffungen sind zwar nicht groß, aber es kostet dafür ja auch nicht viel.


    Aber wenn noch jemand eine heiße Idee hat ...


    Eckart

  • Meine G650GS hat das gleiche (bekannte) Problem. Deine sehr detaillierte Problembeschreibung passt exakt. Bei mir tritt der Fehler 4 - 5 x im Jahr auf.


    Für die G gabs ne offizielle Rückrufaktion wo ein Softwareupdate durchgeführt wurde und die Schlauchschelle unterhalb der Einspritzeinheit getauscht wurde, da diese sich häufig lockern könnte.


    Weil nicht wenige anschließend von noch mehr Problemen berichteten und der Fehler auch bei den Geupdateten auch weiterhin auftrat hab ich den Rückruf nie machen lassen.


    Ich leb seitdem einfach damit, denn es ist bisher immer wieder von allein weggegangen, und zwar allmählich, genau wie Du es beschrieben hast. Die längste Strecke, die ich es ertragen musste war in diesem Sommer auf dem Weg in die Normandie, da hats ca. 100km gedauert.


    Ich tippe auf plötzlichen Verlust der Adaptionswerte. Erst nach längerer Fahrt und neuem Anlernen korrigiert sich der Fehler dann von selbst.


    Im anderen Forum hinreichend besprochen:

    http://www.gs-forum.eu/g-650-g…w-rueckruf-g650gs-118306/

  • Meine G650GS hat das gleiche (bekannte) Problem

    Auf die Parallele zur G650GS war ja schon mal hingeweisen worden: Standgas weg und auch bei meiner früheren F650GS gab es so ein Problem ganz sporadisch, seltener als

    4 - 5 x im Jahr

    aber mit meiner F800GS kann ich das unter den entsprechenden Umständen ebenso oft pro Tag haben.

    Weil nicht wenige anschließend von noch mehr Problemen berichteten

    Offenbar bin ich nicht ganz allein

    genau das Gleiche hatte ich neulich auch an meiner 800er

    aber so häufig als dass einschlägige Erfahrungen vorlägen, bei diesem Modell offenbar auch nicht.

    allmählich, genau wie Du es beschrieben hast

    Das allmählich warte ich meist nicht ab, sondern versuche es mit dem Neustart - s. o.

    habe ich mal einen Vergaser- und Einspritzsystemreiniger (additiv) hineingeschüttet (Tip eines Bekannten nicht aus dem Forum). Die Hoffungen sind zwar nicht groß

    und inzwischen enttäuscht worden. Die Dose verspricht zwar einen Erfolg in den ersten 15 km, aber seit den letzten fast 300 km damit hatte ich das Problem auch schon mal wieder.


    Ein

    Softwareupdate

    ist wohl auch keine Lösung, denn das Problem trat ja in den ersten 100000 km nicht auf und meine Werkstatt hat wohl keine neuere Software als jetzt drauf ist.


    Ich beobachte es mal weiter.


    Eckart

  • Moin Eckart,

    ich habe deinen Bericht vom Frühjahr glatt übersehen.

    Wie Michel schon schrieb hatte ich beim Ostertreffen das gleiche oder ein ähnliches Problem.

    Nach der Anwendung des Startprozedere,bekannt von den 1 Zyl.-Fs und einer Lockerung des Gaszugs ist bei mir das Problem bisher nicht mehr aufgetreten,auch nicht bei den Touren

    zum F-Treffen in Thüringen.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    Nach der Anwendung des Startprozedere,bekannt von den 1 Zyl.-Fs und einer Lockerung des Gaszugs ist bei mir das Problem bisher nicht mehr aufgetreten,auch nicht bei den Touren

    Vielen Dank noch für Deine Hinweise.


    Das Startprozedere scheint das Problem anscheinend auch zu lösen ... bis zum nächsten Mal.


    Nachdem der Hinweis mit dem Spiel des Gaszugs schon kam, hatte ich das natürlich auch geprüft und auch meine Werkstatt darauf hingewiesen.


    Wegen Ratlosigkeit habe ich mir diesen Punkt nun nach Deinem neuerlichen Hinweis heute noch einmal angesehen. Obwohl m. E. in allen Lenkerstellungen ausreichend, habe ich das Spiel vergrößert und außerdem den Gasgriff geschmiert, obwohl ich weder Schwergängigkeit noch Hängen feststellen konnte.

    In den nächsten Tagen und Wochen werde ich beobachten, ob sich etwas verbessert.

    Klare Erfolgsergebnisse könnten jedoch dauern, weil längere Touren trotz des goldenen Oktobers jahreszeitlich bedingt jetzt seltener werden.


    Eckart

  • Moin Eckart,

    vielleicht hat der Zustand der Batterie auch einen Einfluß auf das Leerlaufverhalten.

    Mir ist aufgefallen das meine Batterie,wie ich inzwischen feststellen konnte von 2010,sich beim Starten immer etwas schwer tat.

    Das Äußerte sich so, das beim Startvorgang die Spannung unter 12 V abfiel und der Anlasser kurz stehen blieb um dann weiter zu laufen.

    Der Motor sprang dabei immer noch an.

    Zum Schluß ging es soweit,das im Cockpit die Service-Anzeige erschien,so wie es ist wenn die Batterie ganz getrennt wurde.

    Möglich das dadurch auch die Daten für den Leerlauf verloren gingen.

    Inzwischen ist die Batterie getauscht und der Anlasser zieht voll durch.

    Auch ist die Spannung nicht mehr 12,2 V nach einem Tag Standzeit,seltsamerweise veränderte sich das auch nicht nach einer Woche,sondern mit neuer Batterie 12,7 V.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    habe ich das Spiel vergrößert und außerdem den Gasgriff geschmiert, obwohl ich weder Schwergängigkeit noch Hängen feststellen konnte.

    In den nächsten Tagen und Wochen werde ich beobachten

    Leider gab es schon bei der ersten Fahrt nach der Aktion einen erneuten Zwischenfall.

    vielleicht hat der Zustand der Batterie auch einen Einfluß auf das Leerlaufverhalten.

    Das hatte ich auch schon überlegt, aber die aktuellen Werte geben keinen Anhaltspunkt dafür.

    Anlassen geht problemlos und ohne erkennbare Seiteneffekte.

    Auch das "Fehlerprofil" deutet nicht darauf: Man würde dann erwarten, dass das Problem bevorzugt nach einer kalten Nacht auftritt, aber das tut es genauso am Nachmittag eines warmen Tages.

    Letzten Winter hatte die Batterie trotz ihres Alters von nur einem Jahr bei Minustemperaturen schon mal geschwächelt, so dass es zum Instrumentenausfall während des Starts kam. Aber danach kein Standgasproblem.

    Wenn elektrisches Problem, dann wohl eher nicht batteriebedingt.

    Wenn bzw. falls es diesen Winter kalt werden sollte, ersetze ich die Batterie wahrscheinlich.

    Vielleicht komme ich nicht umhin, eigentlich bereits ausgeschlossene Fehlerquellen noch einmal zu betrachten.


    Eckart