Was genau macht eigentlich der Killschalter?

  • Hallo Ihr Eintopfexperten!


    Nach nunmehr 45.000km mit meiner G is mir gestern aufgefallen, das der Killschalter ein hörbares Klicken unter der Sitzbank auslöst, wenn man ihn bei eingeschalteter Zündung wieder zurück schaltet. Um dem Geräusch auf den Grund zu gehen hab ich die Sitzbank entfernt und den Schalter noch etwa fünfmal betätigt. Meine akustische Ortung lässt mich auf Benzinpumpe tippen.


    Die Quittung für meine Spielerei hab ich prompt gekriegt: als ich anschließend losfahren wollte musste ich 20 sek. orgeln, bis der Motor ganz langsam und sehr unwillig ansprang. Fühlte sich so an, als ob er kein Sprit kriegt.


    Was genau macht der Killschalter? Unterbricht er die Benzinversorgung und wie funktioniert das?

    Was ist dran an dem Gerücht, man solle den Motor nicht mit dem Killschalter stoppen, das sei schädlich?


    Bin dankbar für erleuchtende Erklärungen!

  • Kommt auf das Modell drauf an ...


    Bei den Vergaser-Kisten wurde damit einfach die Zündung deaktiviert. (Benzinpumpe war nichtmöglich, da es keine gab ..)


    Bei den Einspritzern ebenso, nur das bei denen auch abhängig von Modell/Typ gegebenfalls auch die Benzinpumpe deaktiviert wurde,



    Was ist dran an dem Gerücht, man solle den Motor nicht mit dem Killschalter stoppen, das sei schädlich?

    Wenn dem so ist, mache ich seit so 300-400 000km was falsch, wobei es von verschiedenen Moppeds (Yamaha, KTM, BMW) ) kein negatives Feedback gab ...

    Bei meiner Dakar verwende ich in der Regel den Killschalter um den Motor auszuschalten. Das mache ich seit 150 000km so und bisher gab es keine Schäden die auf eine "Killschaltereffekt" hindeuten.


    Aber vielleicht macht sich der negative Efekt des Killschalter bei mehr als 250 000km erst bemerkbar .... :):smile::):smile::)

  • Ich verwende den Killschalter sogar regelmäßig als Schubabschaltung zum Spritsparen.

    Da die Drehzahl in dem Falle laut Tacho auf 0 geht, wird wohl durch den Killschalter das MSG abgeschaltet, und damit natürlich die Zündung und wohl auch die Benzinpumpe (?).

  • Ich verwende den Killschalter sogar regelmäßig als Schubabschaltung zum Spritsparen.

    Da die Drehzahl in dem Falle laut Tacho auf 0 geht, wird wohl durch den Killschalter das MSG abgeschaltet, und damit natürlich die Zündung und wohl auch die Benzinpumpe (?).

    Mir persönlich wäre das zu gefährlich nur um kaum messbare ml an Sprit zu sparen, aber jeder wie er möchte.
    Es gibt einfach unvorhergesehene Situationen, da braucht man den Motor, um eine Kollision zu vermeiden.

  • Das kann als Student, der mit dem Ding zur Uni pendelt schon mal den Unterschied machen ob man mit oder ohne Abendbrot ins Bett geht :biggrin:


    Ne, im Ernst, dem bin ich mir ja schon bewusst. Nutze das meist sowieso nur bei geringeren Geschwindigkeiten, zB heranfahren an die Ampel o.ä.

    Der Griff zum Killschalter ist schon eingefleischt, die Maschine ist ja sofort wieder an.

  • Das kann als Student, der mit dem Ding zur Uni pendelt schon mal den Unterschied machen ob man mit oder ohne Abendbrot ins Bett geht

    Jetzt ist mir klar, weshalb du eine Single Spark fährst: Die zweite Zündkerze wurde bestimmt mal in ein Abendessen investiert.... :eekout:

    Ich weiß nicht, ob die GS bereits eine Schubabschaltung hat, wie es bei allen modernen Einspritzern üblich ist. Falls dem so wäre, ist dein Voodoo bei Drehzahlen von über ca. 3.000rpm ohnehin Mumpitz. Statt 0,01 Litern spartst du dann nämlich gar nichts.

  • Jain. Die Menge Sprit, die im Rollen fließt ist das, was der Motor bräuchte um im Standgas zu bleiben (bzw ein bisschen weniger, da der Regler ja Regelbereich in beide Richtungen hat und die Drehzahl in dem Moment zu hoch ist)

    Das, was man spart durch Motor aus ist sehr nah an 0 dran

    Dafür verbrauchst du beim wieder anlassen unmengen an Sprit, da der Motor keinerlei mechanische Kraftspeicherung hat wie es moderne Start Stopp Motoren teilweise haben.

    Ich bin mir daher sicher, dass du auf lange Sicht mit der Motor im Rollen ausmachen Taktik mehr Sprit verbrauchst als wenn du ihn einfach an lassen würdest.

    Selbst den zusätzlichen Verschleiß z.B. des Anlassers nicht mit eingerechnet lohnt sich Motor aus bei älteren Motoren erst ab ca 30s Stillstand. Darunter verbrauchst du durchs anlassen mehr als du mit dem Stillstand sparst

    Und spätestens wenn dir das erste mal der Anlasser abraucht hast du sämtliche Sprit ersparnis durch die zusätzlichen Kosten des Anlassers wieder verloren.

    Also tu deinem Motorrad und deinem Geldbeutel den Gefallen und lass den Quatsch ;)

  • Du hast mich falsch verstanden, der Motor dreht weiter, ich erzwinge nur eine Schubabschaltung durch den Kill-Switch, weil ich es teils beim Bergabrollen v.a. nervig finde, das wegzubremsen was das MSG meint einspritzen zu müssen.


    Ich sag ja nicht, man soll es mir nachmachen oder dass ich damit >0,05L/100KM spare, sondern ich wollte nur darlegen dass der Killswitch nichts böses tut. Ich verwende das Ding seit bald 20.000KM ungefähr 20x pro Fahrt. Am ehesten schadet man damit dem Schalter selbst 😂

  • Schön, dass Ihr so lebhaft diskutiert, vielen Dank!

    Meine Eingangsfrage ist aber noch nicht so richtig beantwortet. Ok, scheint nicht schädlich zu sein den Killschalter zu benutzen, das is schonmal beruhigend. Aber was wird konkret geschaltet, wenn ich Ihn betätige, ich möchte gern das System verstehen.


    Eckart? Peter?

  • Was genau macht der Killschalter? Unterbricht er die Benzinversorgung und wie funktioniert das?

    Er schaltet alle Teile der Elektrik ab, die mit dem Motor zu tun haben, aber nicht beispielsweise das Licht.

    Was ist dran an dem Gerücht, man solle den Motor nicht mit dem Killschalter stoppen, das sei schädlich?

    Bis auf den genannten Unterschied passiert da nichts anderes als beim Abschalten der Zündung und wenn das nicht schädlich ist, kann das Abschalten mit dem Killschalter auch nicht schädlich sein.


    Während das bei der F650GS noch einfach im Schaltbild nachvollziehbar ist, ist das bei höher technisierten Motorrädern wie bei meiner F800GS nicht so einfach möglich, aber auch da habe ich keine negativen Effekte feststellen können.

    Bei meiner Dakar verwende ich in der Regel den Killschalter um den Motor auszuschalten.

    Andere wie nehmen beim Abstellen den Seitenständer-Schalter. Den Kill-Schalter nehme ich ab und zu mal an Ampeln, die länger rot sind, aber

    erst ab ca 30s Stillstand


    Ich verwende den Killschalter sogar regelmäßig als Schubabschaltung zum Spritsparen.

    Es wird davon abgeraten, länger bei stehendem Motor zu rollen. Damit ist sicher nicht das

    heranfahren an die Ampel

    gemeint sondern eher

    Bergabrollen

    weil drehende Teile nicht geschmiert werden, wenn der Motor steht. Mit Motorbremse sieht das zwar anders aus, aber mir wäre die Handhabung dann auch zu kompliziert, auch ein bisschen zu unsicher.

    spätestens wenn dir das erste mal der Anlasser abraucht

    Das hört sich ja so an, als würde das alsbald drohen. Sicher ist der Anlasser nicht auf den Start-Stop-Betrieb ausgelegt, aber man liest im Forum auch nicht andauernd von Anlasserausfällen. In den 130000 km meiner letzten F650GS hatte ich jedenfalls keinen.

    Beim Rollen kann natürlich auch durch Einkuppeln im Rollen anlassen, doch stellt sich die gleiche Frage dann für die Kupplung.

    Nur im Schiebetrieb mit Motorbremse sollte keins von beiden zutreffen.


    Eckart

  • Danke Eckart!


    Daraus schließe ich, dass ich auch in Zukunft den Killschalter benutzen kann ohne einen Schaden zu befürchten.


    Die Anwendungen die teils oben genannt wurden kann ich nicht so ganz nachvollziehen, abgesehen von der (fragwürdigen) Abnutzung des Anlassers, belastet jeder Startvorgang erheblich die Batterie. Unnötige Startvorgänge versuche ich deshalb zu vermeiden. Bei Baustellenampeln mit langen Schaltphasen nutze ich den Schalter, ansonsten nur am Ende der Fahrt.


    Aber warum hatte ich Startprobleme, als ich den Killschalter mehrfach hintereinander betätigt habe?

  • Aber warum hatte ich Startprobleme, als ich den Killschalter mehrfach hintereinander betätigt habe?

    Dazu kann ich nur sagen, dass es mit gleich häufigem Ein- und Ausschalten der Zündung wohl auch so gewesen wäre. Sowas habe ich aber auch noch nicht probiert. Aber wie genau die Initialisierung der Motorsteuerung und ihrer Hardware aussieht, weiß ich auch nicht. Mir ist nur in Erinnerung geblieben: Entweder der Start gelingt sofort (wie fast immer), wenn aber nicht, z. B. auch aus eigenem Versehen, wenn man nur nicht lange genug den Anlasser gedrückt hat, muss man orgeln oder mehrfach probieren.

    Bei Baustellenampeln mit langen Schaltphasen nutze ich den Schalter, ansonsten nur am Ende der Fahrt.

    Da sollte man bei der F650GS besser die Zündung aus machen, damit das Licht aus geht, denn sonst belastet das

    erheblich die Batterie

    Meine F800GS macht das Licht aus, wenn weder der Motor läuft noch das Motorrad rollt - da kann ich das mit dem Kill-Schalter machen.


    Eckart

  • Es wird davon abgeraten, länger bei stehendem Motor zu rollen. Damit ist sicher nicht das (________)

    gemeint sondern eher (_____?

    weil drehende Teile nicht geschmiert werden, wenn der Motor steht.

    Ich verstehe ihn so, daß er den Motor ja drehen lässt, um die Motorbremse zu benutzen. Dann dreht auch die Ölpumpe, wenn ich nicht völlig falschliege. Finde ich zwar ein merkwürdiges Verhalten und auch nicht motorschonend, aber sollte nicht schädlich sein, oder? So lange er nicht noch den Schlüssel während der Fahrt abzieht....

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Ich verstehe ihn so, daß er den Motor ja drehen lässt, um die Motorbremse zu benutzen. Dann dreht auch die Ölpumpe

    ich habe das auch so verstanden. Aber wer auf diese Idee kommt, kommt vielleicht auch auf die andere naheliegende Idee, bei nicht so steilem Gefälle (wie es zum Beispiel für die Berliner Berge ;-) typisch wäre) ohne Motorbremse bei stehendem Motor zu rollen. Zumindest in der Bedienungsanleitung meiner F800GS steht das so drin:


    Zitat

    Die Getriebeschmierung ist nur bei laufendem Motor sichergestellt. Unzureichende Schmierung kann zu Getriebeschäden führen. Motorrad bei ausgeschaltetem Motor nicht über einen längeren

    Zeitraum rollen lassen oder über längere Strecken schieben.

    Eckart

  • Wenn ich nur rollen will

    Ist egal was im Standgas passiert solange der leerlauf drinne ist...solange der motor samt Ölpumpe zwecks Getriebeschmierung lauft...earum glubsch,trenbe mir sm Laster die Kardan vom Rest...weil sonst ungeschmiert das Getriebe verreckt beim Abschleppen ohne laufenden Motor...


    Klar nutze ich sowohl beim Kälble wie auch bei der Kuh das enorme bremsmoment inne Berge um zb meine Bremsen zu schonen...das kennt der Berliher ewwa ned,kauft stattdessen alle Nese lang neue Beläge samt scheiben😂🤘