Einlegen 1. Gang

  • Hallo Gemeinde,


    meine Ur-F läuft wirklich gut.

    Das Einzige, wo ich mir nicht sicher bin, ob es so richtig ist, kommt vom Getriebe: beim Einlegen des ersten Ganges macht es einen robusten Schlag. Versuche ich den Gang ganz sanft und langsam einzulegen, hört man die Zahnräder rattern. Da stellt es mir fast die Haare auf.

    Der Kupplungszug ist neu und die Kupplung macht keine Probleme. Auch die weiteren Gänge lassen sich eig. gut schalten. Nur eben der erste Gang...


    Ist das "normal" oder ruiniere ich mir das Getriebe?


    VG,


    Franz

  • ich kenne kein Motorrad bei dem der 1.Gang weich und ohne Ruck rein geht . Wie sollte er auch . Der Motor dreht und das ganze Getriebe steht und dann muss es von jetzt auf gleich da 900 Umdrehungen . Du lässt die Kupplung erst später kommen doch durch das Öl in der Kupplung wird das Getriebe förmlich " vorgespannt " und das giebt den Ruck .



    Oesie

  • Hallo Franz,

    Aus der Ferne würde ich sdagen, das ist normal. Die Nasskupplung überträgt halt auch im gezogenen Zustand ein bisschen Kraft. Da du auch einen 2V-Boxer fährst, bist du den Schlag halt nicht gewohnt, dort geht der erste ja fast lautlos rein. Dafür zicken die anderen Gänge gern..

    Gruß Joachim

  • Ist IMO zumindestens auch bei den herrschenden Temperaturen von <10°C im kalten Zustand völlig normal. Aufgrund der Nasskupplung hat man ja etliche Kupplungslamellen und Stahlscheiben, die mit kaltem Öl getränkt sind und mehr oder weniger aneinanderkleben. Ganz im Gegensatz zu einer Einscheibentrockenkupplung (z.B. BMW Boxer und alle PKW), da sind bei betätigter Kupplung Motorund Getriebe wirklich getrennt.

  • Hallo Franz,

    beim Einlegen des ersten Ganges macht es einen robusten Schlag.

    Ist das "normal" oder ruiniere ich mir das Getriebe?

    Ich schließe mich der Aussage in den anderen Antworten an, so wie beschrieben ist das normal.

    Versuche ich den Gang ganz sanft und langsam einzulegen, hört man die Zahnräder rattern. Da stellt es mir fast die Haare auf.

    Das würde ich nicht machen, sondern den Gang normal einlegen, mit Rücksicht auf die Frisur, aber auch mit Rücksicht auf die Zahnräder.


    Wenn Du den Schlag vermindern möchtest, könntest Du vor dem Anlassen das Motorrad bei einlegtem Gang (nicht unbedingt der erste), aber gezogener Kupplung mit einem kräftigen Ruck nach vorn schieben, sodass die Kupplung einmal durchrutscht. Ich glaube nicht, dass das wirklich nötig ist, schaden wird es aber jedenfalls nicht.


    Eckart

  • Voll normal...

    Wie alle ansagen...

    Ist halt Nasskupplung bedingt.solange es so frisch ist...

    Tröste dich...an der Hängetitte hab ich den "Schlag" auch trotz Trockenkupplung bj 86


    Kenns als Bigamist ned anders..

  • Wenn´s nur beim Starten passiert: Kannst mal versuchen, vor dem ersten Schalten noch im Stand mehrmals die Kupplung zu betätigen.

    Wenn´s auch später beim Fahren noch passiert - Kupplungszug neu heißt auch Kupplung sorgfältig einstellen, mit korrektem Spiel oben und korrekter Position der Ausrückhebel-Seilzugaufnahme unten; im Zweifel noch mal kontrollieren.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • wie schon erwähnt , eine gute Einstellung des Kupplungsspiels ist wichtig ( auch das Lager in der Kupplung = Druckplatte )

    sollte in gutem Zustand sein.


    Ich bin mittlerweile aber auch davon überzeugt, dass das verwendete Öl ( Viskosität ) ebenfalls ein Rolle spielt.


    Bisher habe ich immer 10W40 / 15W40 mineralisch ( Castrol ) verwendet ,

    ich teste seit 2 Ölwechseln 10W40 Procycle ( TeilSyn) und bin erstens über die reinigende Wirkung überrascht ,

    aber auch , dass der erste Gang sich mittelweile sehr viel geräuschloser einlegen lässt und nein die Kupplung rutscht nicht !


    Bei 15W50 oder gar 20W50 muss man die F schon gut warm fahren um den Honig zu schmelzen und

    die Kupplung zum vernünftigen trennen zu bekommen.


    Simulieren und beobachten kann man das bei aufgebocktem Motorrad.


    Öl kalt , Kupplung gezogen , Hinterrad dreht dennoch mit , lässt sich aber vorsichtig mit dem Fuß stoppen

    Fuß weg Hinterrad dreht langsam wieder los ( Öl Viskosität )

    Im heißen Zustand ist es weniger auffällig.


    Genau so ist es an der Ampel , der Kraftschluss ist eventuell nicht komplett weg und daher kracht der erste Gang rein.


    Seit meinem 2. Ölwechsel ist dieser Zustand quasi weg = Kupplung ziehen, Rad läuft langsam aus bleibt stehen.


    Ab und an gelingt es mir daher den ersten Gang fast geräuschlos einzulegen - zugegebenermaßen ist das aber

    immer von mehreren Faktoren abhängig ( z.B. Außentemperatur , Laufzeit des Motors ( Öltemperatur ) , zurollen auf rote Ampel

    mit gezogener Kupplung usw. ).


    Ganz ohne wird es wohl bauartbedingt niemals gehen - Schäden im Getriebe sind IMHO nicht zu erwarten,

    es sei denn man tritt generell grobmotorisch die Gänge rein, dann werden irgendwann die Schaltgabeln brechen


    :wave:


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Vielen Dank euch allen!

    Ihr habt schon recht, mein ganzes "Motorradleben" ist vom Boxer geprägt und bei dem kenne ich das v.a. bei kaltem Motor nicht. Bin Nasskuplungs- und Ketten-Frischling :whistle:

    Jetzt bin ich aber beruhigt, sowohl bezüglich meiner F als auch meiner Frisur ;)


    Viele Grüße,


    Franz

  • Öl kalt , Kupplung gezogen , Hinterrad dreht dennoch mit , lässt sich aber vorsichtig mit dem Fuß stoppen

    Fuß weg Hinterrad dreht langsam wieder los ( Öl Viskosität )

    Im heißen Zustand ist es weniger auffällig.

    Ein schöner Versuch, den ich auch schon gemacht habe.

    "Im heißen Zustand ist es weniger auffällig." sollte eigentlich bedeuten, dass der Effekt da nicht zu beobachten ist. Allerdings hängt das ja von Randbedingungen wie der Lagerreibung und der Kettenreibung ab, von daher ist das Ergebnis nicht so richtig aussagekräftig. Gedanken sollte man sich aber machen, wenn das Motorrad bei gezogener Kupplung mit eingelegtem Gang losrollt, wenn man die Bremse löst.


    Das leitet über zu einem weiteren Versuch zu meinem Punkt:

    Wenn Du den Schlag vermindern möchtest, könntest Du vor dem Anlassen das Motorrad bei einlegtem Gang (nicht unbedingt der erste), aber gezogener Kupplung mit einem kräftigen Ruck nach vorn schieben, sodass die Kupplung einmal durchrutscht.

    Wenn man bei gezogener Kupplung und eingelegtem Gang das kalte Motorrad anlässt, macht es einen kleinen Satz nach vorn, wenn man die Bremse nicht betätigt. Manch GS-Fahrer hat sich da schon erschrocken, obwohl es nur ein paar cm sind. Bei der Vergaser-F verhindert das m. W. die Sicherheitsschaltung, aber bei der GS ist ein Anlassen im Gang bei gezogener Kupplung möglich (ein Vorteil, wenn man mal abgewürgt hat).

    Hat man die von mir im Zitat beschriebene Maßnahme durchgeführt, gibt es diesen Satz nach vorn nicht.


    Eckart

  • Wenn man bei gezogener Kupplung und eingelegtem Gang das kalte Motorrad anlässt, macht es einen kleinen Satz nach vorn, wenn man die Bremse nicht betätigt. Manch GS-Fahrer hat sich da schon erschrocken, obwohl es nur ein paar cm sind. Bei der Vergaser-F verhindert das m. W. die Sicherheitsschaltung, aber bei der GS ist ein Anlassen im Gang bei gezogener Kupplung möglich (ein Vorteil, wenn man mal abgewürgt hat).

    Hat man die von mir im Zitat beschriebene Maßnahme durchgeführt, gibt es diesen Satz nach vorn nicht.


    Eckart

    Geht bei der UR-F auch, die hat ja einen Schalter im Kupplungshebel.

    Im Sommer hatte ich 20W50 und habs zum Herbst rausgeworfen und gegen 10W50 getauscht. Das einlegen des 1. im kalten Zustand war mit einem richtig heftige Knallen verbunden und das Anlassen im 1. Gang war bei richtig kalten Wetter auch keine gute Idee, der Anlasser quält sich da schon richtig was zum einen für den Anlasser alles andere als gut ist und die Batterie auch sehr stark belastet.

  • Was helfen kann.......zumindest vonne RS her hab ich es so übernommen..

    Den 1. nicht brachial reintreten sondern mit der kupplung spielen bis der reinflutscht

    Sollteste aber von deiner 2V her auch kennen,da die R 100 RS Monoschwinge und die R 80 ST über das selbe Getriebe verfügen,sich nur im Endantrieb Kardan unterscheiden......bissle gefühl statt roher gewalt.....bis das Öl warm ist.....betriebswarm flutscht es dann eh..

    So als kleiner Tip unter Bigamisten

  • Den 1. nicht brachial reintreten sondern mit der kupplung spielen bis der reinflutscht

    brachial reintreten - nein, natürlich nicht, aber mit der kupplung spielen bis der reinflutscht - wie geht das, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen ?!


    Was ich allerdings vom Getriebe der F650GS kenne: Die Gänge wollen nicht immer gleich einrasten. Hier im Forum ist das als Hakeligkeit bekannt. Daher hatte ich mir beim Schalten vor allem in den unteren Gängen angewöhnt, den Ganghebel erst zu entlasten, nachdem ich die Kupplung losgelassen hatte. Ich weiß nicht, ob das Getriebe der Vergaser-F in diesem Punkt besser ist. Bei meiner F800GS muss ich das aber nicht mehr tun.


    Eine sichere Methode gegen das laute Einrasten nach dem Start gibt es natürlich schon, wenn das Modell ein Anlassen bei eingelegtem Gang und gezogener Kupplung zulässt: Erst den Gang einlegen (darauf achten, dass er einrastet), Kupplung und Bremse ziehen, Anlassen. Ich will das aber nicht als Empfehlung verstanden wissen.


    Eckart

  • Eine sichere Methode gegen das laute Einrasten nach dem Start gibt es natürlich schon, wenn das Modell ein Anlassen bei eingelegtem Gang und gezogener Kupplung zulässt: Erst den Gang einlegen (darauf achten, dass er einrastet), Kupplung und Bremse ziehen, Anlassen. Ich will das aber nicht als Empfehlung verstanden wissen.


    Eckart

    Mach das als Ganzjahresfahrer mal bei -5 Grad. Wenn du das deinem Teilehändler erzählst, bestellt er dir dann schon mal einen neuen Anlasser, damit du dann nicht so lange drauf warten brauchst wenn er hin ist. Im Sommer und bei warmen Motor ist das kein Ding. Bei richtiger Kälte ist das gar keine gute Idee zumal bei diesen Bedingungen es mit der Batterie naturgemäß auch nicht bestens bestellt ist.

  • Eine sichere Methode gegen das laute Einrasten nach dem Start gibt es natürlich schon, wenn das Modell ein Anlassen bei eingelegtem Gang und gezogener Kupplung zulässt: Erst den Gang einlegen (darauf achten, dass er einrastet), Kupplung und Bremse ziehen, Anlassen. Ich will das aber nicht als Empfehlung verstanden wissen.


    Eckart

    Mach das als Ganzjahresfahrer mal bei -5 Grad. Wenn du das deinem Teilehändler erzählst, bestellt er dir dann schon mal einen neuen Anlasser, damit du dann nicht so lange drauf warten brauchst wenn er hin ist. Im Sommer und bei warmen Motor ist das kein Ding. Bei richtiger Kälte ist das gar keine gute Idee zumal bei diesen Bedingungen es mit der Batterie naturgemäß auch nicht bestens bestellt ist.

    Wenn der Anlasser verbraten ist kannste in Berlin einen neuen ordern mit verweis auf Eckart ´s Empfehlung