ABS Hinterrad funktioniert nicht richtig

  • Hallo,

    Ich habe ein Problem mit meiner F650 GS R13 Baujahr 2001 und hoffe, dass ihr mir helfen könnt.


    Wenn ich fahre und die hintere Bremse stark betätige blockiert das Hinterrad ganz kurz und löst dann wieder (wie es meiner Meinung nach auch sein soll), aber die Bremse wird dann komplett und dauerhaft gelöst, obwohl die Bremse die ganze Zeit gehalten wird. Das Bremspedal kann man ziemlich weit durchdrücken und man merkt am Pedal, dass es nach dem blockieren und anschließendem lösen des Rades zwischendurch leicht nach oben gedrückt wird und das Rad dann wieder kurz ein bißchen bremst.

    Die Bremsbeläge und Scheiben sind noch sehr gut.


    Ich hoffe ich habe das Problem einigermaßen gut beschrieben und wäre sehr glücklich, wenn ihr mir helfen könntet.


    Vielen Dank im Voraus.

    Liebe Grüße

    Julia

  • Das Hinterrad bremst aber nicht.

    Nur ganz kurz am Anfang (blockiert) und danach gar nicht und vielleicht jede Sekunde ganz kurz sehr sehr leicht. Man kommt also mit der Hinterradbremse kaum zum Stehen.

  • Das Hinterrad bremst aber nicht.

    Nur ganz kurz am Anfang (blockiert) und danach gar nicht und vielleicht jede Sekunde ganz kurz sehr sehr leicht. Man kommt also mit der Hinterradbremse kaum zum Stehen.

    Das wäre auf rutschigem Untergrund (z.B. Rollsplit, Schotter) eine ganz normale ABS-Regelung, wie sie auch sein soll. Das längere oder gar dauerhafte Blockieren soll ja gerade verhindert werden... Auf griffigem Untergrund sollte man allerdings auch nur mit der Hinterradbremse gut zum stehen kommen.

  • Allgemein ist unser ABS in der F etwas arg langsam. Neuere Systeme regeln deutlich besser/schneller/schlauer. Mit 6-Achsen Info und Unmengen Elektronik natürlich zu erwarten, jedoch auch was die Hydraulik/Stellglieder an.

    Das wäre auf rutschigem Untergrund (z.B. Rollsplit, Schotter) eine ganz normale ABS-Regelung, wie sie auch sein soll.

    Kann ich bestätigen. Daher wenns arg grob/rutschig wird das ABS ausschalten. Je nach Reifen und Untergrund entsprechend vorsichtiger fahren!

    Oder den Motor abstellen, mache ich bei steilen Abfahrten bei Bedarf so. Netter Nebeneffekt ist die Kupplung als Hinterradbremse mit Handdosierung.


    Allerdings hab ich auf meiner letzten Fahrt nie arge Probleme mit dem ABS gehabt. Im Schlamm ist eh alles gaga, Sand dito und tiefer Schotter ebenso. Nicht vergessen: Man kann auch vorne bremsen! Aber eben mit Vorsicht im richtigen Zeitpunkt ;)


    PS: Welchen Reifen fährst du? Habe mit dem K60 Scout deutlich früher das ABS am zapplen (auf der trockenen Straße) als mit dem TKC70 Rocks. Der AX41 liegt gefühlt ungefähr beim K60.

  • Hallo Julia Vermute dein hinterer Bremsschlauch ist defekt Habe das selbe Problem auch gehabt und die Dichtungen und das Innenleben im Fussbremszylinder getauscht ohne Erfolg . Dann richtig auf die Bremse getreten und den defekten Schlauch zum platzen gebracht . Der Schlauch bildet eine Beule die dann entspannt und der Bremsdruck ist weg

  • Das klingt für mich normal. Die hintere Bremse ist wegen der Physik nicht sehr effektiv. Vorne werden 80 % und mehr der Bremsleistung erreicht.

    Durch das Bremsen ändert sich die Verteilung der Aufstandskraft zwischen Hinterrad und Vorderrad - das Hinterrad wird entlastet und kann dadurch auch kaum noch Bremskraft übertragen. Im Extremfall, bei dem die Vorderradbremse mitwirken muss, hebt das Hinterrad sogar ab und kann in diesem Zustand überhaupt keine Bremskraft mehr übertragen.


    Eigentlich lernt man ja, immer mit beiden Bremsen zu bremsen. Ich vermute mal, die berichteten Ergebnisse kommen von Bremsversuchen allein hinten.


    Wie genau die Bremswirkung ist, hängt im Einzelfall natürlich von dem Umständen, dem Zustand der Straße und der Reifen ab. Wie waren die denn ?

    wenns arg grob/rutschig wird das ABS ausschalten.

    Das ist bestimmt nicht die richtige Lösung. Aufgabe des ABS ist es nicht, den Bremsweg zu verkürzen, sondern das Fahrzeug lenkbar zu halten. Bei einem Motorrad führt der Verlust der Lenkfähigkeit durch ein Blockieren des Vorderrads meist zu einem Sturz. Das ABS kann ja nur insgesamt ausgeschaltet werden und Ausschalten bedeutet dann, den Sturz zu riskieren.


    Somit sollte man das ABS auch bei schlechten Straßenverhältnissen - "arg rutschig" - nie ausschalten - gerade dann nicht !


    Dass man das ABS bei bestimmten Motorrädern doch abschalten kann, ist ein Zugeständnis an Geländefahrten, bei denen das Blockieren von Rädern bewusst als Teil der Fahrtechnik eingesetzt wird, denn das ABS würde solche Kunststücke ja verhindern.


    Zur Lektüre: https://www.adac.de/rund-ums-f…richtig-bremsen-motorrad/


    Vermute dein hinterer Bremsschlauch ist defekt Habe das selbe Problem auch gehabt und die Dichtungen und das Innenleben im Fussbremszylinder getauscht ohne Erfolg . Dann richtig auf die Bremse getreten und den defekten Schlauch zum platzen gebracht . Der Schlauch bildet eine Beule die dann entspannt und der Bremsdruck ist weg

    Das ist ja interessant, habe ich noch nie gehört. Sollte man aber risikoarm testen können mit dem Bremsen des auf dem Hauptständer stehenden Motorrads.

  • Der Schlauch bildet eine Beule die dann entspannt und der Bremsdruck ist weg

    Das könnte man prüfen wenn das Mopped auf dem Ständer steht und das Bremspedal ganz durchgedrückt wird. Das wäre eine einfache optische Prüfung.

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

  • Kann nur ein hydraulisches, mechanisches oder elektrisches Problem sein, also Fehler schon gefunden. Ha ha ha, Spaß beiseite. Hörst Du denn das Regeln des ABS, ggf als Vergleich mal "vorsichtig" vorne in den Regelbereich bremsen, funktioniert es denn vorne überhaupt? Und lässt es sich abschalten?

    Wenn Du aber durchtreten kannst, denke ich eher an die Hydraulik, Luft im System, wann wurde letztmalig Bremsflüssigkeit gewechselt und Flüssigkeitsstand okay? Je nach Pflege/Wartungszustand ist ggf. eine Revision der Bremse erforderlich, der Bremskolbendichtungen und des Kolben an dem Bremspedal, das ist dann aber schon etwas aufwendiger... Vorab erstmal vorne testen und Sichtprüfung des gesamten System und den Sensor kannst Du dann auch nochmal prüfen und dann sehen wir weiter.

    Viele Grüße Torsten

  • Das ist bestimmt nicht die richtige Lösung. Aufgabe des ABS ist es nicht, den Bremsweg zu verkürzen, sondern das Fahrzeug lenkbar zu halten.


    Doch . Das ist die richtige Lösung . Allerdings nur das ABS am Hinterrad .

    Bin Dieses Jahr zum EN Treffen mit der CS gewesen weil die CS im Norden geblieben ist . Wir hatten dann ein Stück Weg auf dem die Fahrbahn in Reparatur war . Auf dem Stück Berg ab war dann sehr feiner Sand und ich hatte so gut wie keine Bremswirkung auf der Hinterachse und auch am Vorderrad war das bremsen sehr schwierig . Da hab ich das blockieren des Hinterrades sehr vermisst . Ein blockiertes Hinterrad kann man mit dem Hintern ganz gut beherrschen . Muss dazu sagen das ich in meiner Jugend aktiv Motorsport als Wettkämpfer als auch als Übungsleiter und Kampfrichter betrieben habe . Ich werde nun im Winter mal sehen wie ich das ABS des Hinterrades der CS schaltbar machen kann .



    Oesie

  • Kann nur ein hydraulisches, mechanisches oder elektrisches Problem sein

    Der Thread-Titel unterstellt zwar einen ABS-Fehler, aber einige Leute vermuten ja, dass es gar kein Problem des ABS sei, sondern eines der Bremse selbst.

    Das müsste man ja herausfinden können, indem man den Bremsversuch mit ausgeschaltetem ABS wiederholt. Ergeben sich dann ähnliche Effekte wie bei eingeschaltetem ABS, hat die Bremse wohl einen Fehler.

    Bin Dieses Jahr zum EN Treffen mit der CS gewesen weil die CS im Norden geblieben ist . Wir hatten dann ein Stück Weg auf dem die Fahrbahn in Reparatur war . Auf dem Stück Berg ab war dann sehr feiner Sand und ich hatte so gut wie keine Bremswirkung auf der Hinterachse und auch am Vorderrad war das bremsen sehr schwierig . Da hab ich das blockieren des Hinterrades sehr vermisst

    Das zählt vielleicht zu den wenigen Sonderfällen, die eine Ausnahme vom Grundsatz darstellen.

    Ich werde nun im Winter mal sehen wie ich das ABS des Hinterrades der CS schaltbar machen kann

    Es gibt kein ABS des Hinterrades sondern nur ein gemeinsames ABS für beide Räder, natürlich unterschiedlich auf beide Räder wirkend.

    Allerdings kam die Frage nach einem Abschalten des ABS nur für das Hinterrad schon öfter, wohl weil das ABS da nicht besonders feinfühlig arbeitet und manche irritiert (auch mich bei der Einzylinder, das der F800GS ist da besser). Hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige der Threads, in denen vor allem - teils sogar sehr ausführlich - begründet wird, warum das nicht geht, aber auch spekuliert wird, was man machen müsste damit es vielleicht doch geht. Hinbekommen hat es aber wohl noch keiner, TÜV-tauglich wäre das sowieso nicht.

    marco93
    LC8Joe
    scarvertreiber

    Ich bin gespannt.


    Der Sensor am Hinterrad ist gleichzeitig auch Impulsgeber für den Tacho. Wäre da ein Problem würde auch der Tacho mucken.

    Ein Komplettausfall würde auch einen Tachoausfall bedeuten. Aber es gab vereinzelt Fälle, in denen das Signal gestört war, sodass man es am Tacho nicht gesehen hat, aber dem ABS kommt es ja auf jeden Impuls an.

  • aber die Bremse wird dann komplett und dauerhaft gelöst, obwohl die Bremse die ganze Zeit gehalten wird.


    Das Hinterrad bremst aber nicht.

    Nur ganz kurz am Anfang (blockiert) und danach gar nicht und vielleicht jede Sekunde ganz kurz sehr sehr leicht. Man kommt also mit der Hinterradbremse kaum zum Stehen.


    Beide Aussagen klingen für mich nach a) Luft in der Leitung oder b) Leitung defekt.


    Meine GS650 bringe ich mit eingeschalteten ABS nur mit der Hinterradbremse in kurzer Zeit zum stehen, dabei arbeitet das ABS wie bekannt etwas langsam, aber es verhindert das Blockieren und die Bremsleistung ist immer OK für diese alte Regeltechnik.


    Die beiden Aussagen oben beschreiben keineswegs das normale Bremsverhalten, das wäre ja auch echt übel.

  • sers,


    mein tipp geht in richtung luft im hinteren bremskeis.

    so ähnlich, aber bei weitem nicht so heftig hatte ich sowas bei der Q, der ‚dicken‘ 1150 rs.

    da war nach dem hydraulik-flüssigkeits wechsel beim freundlichen wiener bmw fuzzi für schlappe 220€ luft im system…..

    nach dem selbst (mit kundiger hilfe) gemachten wechsel gabs das thema nimmer.


    vorschlag:

    wechsel der bremsflüssigkeit hinten.

    geht einfach, wenn du so ein rückschlag-ventil verwendest. - die gibts beim polo/onkel louis für so 10€ - damit ists easy-peasy auch alleine gemacht.den ablauf schlauch davon in ein wenig alte bremsflüssigkeit in einem marmeladenglas gesteckt kann keine luft von unten ins system kommen.

    du brauchst dann 2x 20ml bremsflüssigkeit, nicht mehr. damit ist das system komplett durchgespült.


    sollte das nicht nutzen, dann den vorschlag mit tausch des schlauchs angehen. am besten gleich nen stahlflex schlauch nehmen. -einen mit abe natürlich 😉 - einer ohne geht latürnich 😈 auch ….


    wenn das immer!!! noch nicht hilft, die manschette + dichtung im hinteren bremszylinder tauschen und auch über nen rep-satz von der bremszange nachdenken.

    danach hast du eine (fast) komplett überholte hintere bremse

    .

    aber ich denke immer positiv und meine, du wirst nicht soo weit gehen müssen.

    ach so, du willst erstmal wissen, wie der wechsel der bremsflüssigkeit grundsätzlich geht?

    das steht z.b. im rep-handbuch von bmw -so du das als pdf im i-net findest.

    frag mal die tante google nach carlsalter und manual und bmw und pdf. (den link ‚darf‘ ich hier nicht einstellen, wg copyright und sowas.)

    oder auch im ‚haynes‘ das ist das reparatur-handbuch für‘s F-chen. gibts beim onkel louis,

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    www.louis.at

    im buchhandel, amazon.

    das buch ist meine ‚bibel‘ und erste anlaufstelle wenn ich was über F-chen und reparaturen wissen will. da gibts auch ne menge allg. infos zum schrauben drin, wenn du noch nicht sooo fit bist, damit.


    viel erfolg, beim ‘schrauben‘ und schluss mit schwafel, blubber, blubb, lall…

    take care, save ride!

    ralph

  • Beide Aussagen klingen für mich nach a) Luft in der Leitung oder b) Leitung defekt.

    Sehe ich auch so. Wenn Luft in der Leitung ist und ABS-Bremsversuche gemacht wurden, ist es aber mit der herkömmlichen Entlüftung keinesfalls mehr getan, weil Luft dann in den ABS-Modulator gelangt sein kann. Daher muß meinem Verständnis nach auch das ABS selbst entlüftet werden, geht u.a. mit einem GS911.


    Daß ein Schlauch altersbedingt den Geist aufgibt, wäre nun auch nichts neues; hinten sind das meiner Erinnerung nach keine Stahlflexe, so daß der Schlauch meinem Verständnis nach dann auch durchaus mal dicke Backen machen kann beim Bremsen, anstatt den Druck weiterzuleiten.

    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • hinten sind das meiner Erinnerung nach keine Stahlflexe,

    Stimmt so.

    Bei mir haben nach viel ABS-Bremsen (Gelände...) und danach Entlüften die Bremsen speziell vorne viel Schwammigkeit verloren. Das Problem der TE kenne ich aber nur von Situationen in denen das ABS besser ausgeschaltet gewesen wäre.

  • Hallo Zusammen,

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen.

    Ich bin leider erst jetzt dazu gekommen, weiter nach dem Fehler zu suchen.

    Der Tipp mit dem defekten Bremsschlauch war goldrichtig. Mann konnte es so nicht feststellen, da er im unbelasteten Zustand ganz normal aussah. Ich habe dann meine Schwester bremsen lassen und dabei geschaut und siehe da, es war eine kleine Ausbeulung zu sehen. Ich habe einen neuen Schlauch verbaut und alles ist wieder gut. :) :) :)

    Vielen Dank euch allen

    LG Julia