Kühlmittel

  • Hallo

    Einfache Frage, bitte keine komplizierten Antworten.

    BMW schreibt " Kühlmittelflüssigkeit"

    Vom Pkw kenne ich Wasser und Frostschutz.

    Ist das beim Mopped genauso oder muß bei BMW wieder so´n teures Zeug gekauft werden?

  • Hallo

    Einfache Frage, bitte keine komplizierten Antworten.

    BMW schreibt " Kühlmittelflüssigkeit"

    Vom Pkw kenne ich Wasser und Frostschutz.

    Ist das beim Mopped genauso oder muß bei BMW wieder so´n teures Zeug gekauft werden?

    Das originale BMW-Kühlmittel ist sogar sehr preiswert und scheint auch bestens geeignet, die etwas empfindliche wasserseitige Lagerung der WaPu, halbwegs vernünftig zu "schmieren"


    bob-muc

  • im Prinzip ist das im Motorrad das gleiche. Destilliertes Wasser und Frostschutz. Aber der Frostschutz erfüllt eben auch noch andere aufgaben, deshalb gibt es so viele unterschiedliche. Auch beim Auto gibt es da mehr zu beachten als nur "Frostschutz". Da soll Korrosion verhindert, Dichtringe frisch gehalten und Verschmutzungen aufgenommen werden.


    Das Kühlmittel von BMW gibt es in 1,5L Flaschen, die 1:1 mit destilliertem Wasser gemischt werden sollen. Die sind wirklich recht günstig.

    https://www.leebmann24.de/bmw-…ds4x4juX5NcBoCp8wQAvD_BwE

    Inkl. Versand 12€

  • Destilliertes Wasser ist bekanntermassen überflüssig. Selbst wenn man sehr hartes Leitungswasser haben sollte: Wieviel Karbonathärte etc. sollte da ausfallen, wenn man alle 3 Jahre die Kühlflüssigkeit tauscht? Es handelt sich ja um ein geschlossenes Kühlsystem, bei dem in funktionierendem Zustand keine Flüssigkeit verbraucht wird. Im Gegensatz zu einem Lanz Glühkopfmotor mit Verdampferkühlung. Wesentlich ist IMO die 50:50 Mischung, da nur in diesem Fall das Kühlmittel seinen besten Wirkungsgrad erreicht. Bei BMW Pkw Motoren wird schon seit etwa 15 Jahren keine Kühlflüssigkeit mehr getauscht.


    Mit dem Kühlmittel vom Freundlichen macht man weder vom Preis noch von der Verträglichkeit etwas verkehrt.

  • Bei BMW Pkw Motoren wird schon seit etwa 15 Jahren keine Kühlflüssigkeit mehr getauscht.

    Also bei meinem Bimmer soll noch alle vier Jahre gewechselt werden und die Baureihe lief erst vor stark 2 Jahren aus...
    Da BMW seit 1975 silikathaltiges Kühlmittel benutzt, sollte man schon irgendwann einmal wechseln, denn das ist eine Korrossionsschutztechnologie die im Laufe der Zeit abbaut.

  • Destilliertes Wasser ist bekanntermassen überflüssig.

    Die Anleitung zur F650GS schreibt auch einfach nur 50% "Wasser".


    Als Kompromiss könnte man vielleicht noch demineralisiertes Wasser nehmen, das für solche Zwecke gedacht ist, aber meistens hat der Wasserhandel nicht so viele Sorten im Angebot.


    Vielleicht trägt zur Verwirrung bei, dass Batterien nur mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden dürfen.


    Hat man unterwegs einen leichten Kühlmittelverlust wie ich auf der letzten Reise, ist es m. E. wichtiger, uberhaupt etwas nachzufüllen, im Zweifel also einfach nur Wasser, als nach der richtigen Wassersorte zu suchen oder gar nach einem BMW-Kühlmittelhändler.


    Eckart

  • Laut BMW soll man das mit destilliertem Wasser machen. Und auch der ADAC empfiehlt "möglichst reines und kalkarmes Wasser"

    https://www.adac.de/verkehr/ta…tanken/kuehlmittel_motor/

    Gerade weil die Flüssigkeit bei den meisten eben nicht allzu regelmäßig getauscht wird sollte man da eher demin oder destilliert nutzen.


    Es wird den Motor sicher nicht sofort kaputt machen wenn man Leitungswasser nimmt aber besser als destilliert ist es auf keinen Fall, insofern warum nicht

  • Es wird den Motor sicher nicht sofort kaputt machen wenn man Leitungswasser nimmt

    kann ich bestätigen, man kann sogar im Notfall mehr als 100km mit einem sehr großen Anteil (>80%) von Leitungswasser im Kühlmittel fahren und der Motor macht nicht die Grätsche ...

  • Hab in meinem Chinaböller 50:50 mit Leitungswasser drin, bis jetzt (53.000 km) kein Problem.

    Der "Meister" im Glaspalast hier in Kassel antwortete mir auf meine Frage zu genau diesem Thema: "Leitungswasser, machen wir hier bei allen Mopeds so."

  • Der "Meister" im Glaspalast hier in Kassel antwortete mir auf meine Frage zu genau diesem Thema: "Leitungswasser, machen wir hier bei allen Mopeds so."

    :rofl::rofl::rofl::rofl:


    mach das mal hier in Köln und du kaufst am laufenden Band neue Kühler Thermostate Wasserpumpen usw......

    wir haben hier "Uferfiltrat" kalkhaltig ohne Ende - Aquarium ohne Zusätze und die Fische benötigen Helm , Meißel und Hammer:giggle:

    Nee also hier geht sowas auf keinen Fall bzw. ich würde es nicht machen.


    :saint:


    :wave:


    Mac

  • Gut, dann nochmal eine einfache Antwort bzw. Grundsatzempfehlung für alle Kölner und diejenigen, die auf der sicheren Seite (also rechtsrheinisch :victory::thumbsup2: ) bleiben wollen:

    • destilliertes Wasser aus dem Baumarkt oder Wasser aus einem funktionierenden Brita-Wasserfilter
    • Kühlerfrostschutz von BMW oder das BASF-Äquivalent Glysantin G48
    • Mischungsverhältnis Frostschutz / Wasser: 50:50 bis max. 60:40

    Es gibt Fertigmischungen in - wichtig - derselben (!) Farbe wie das Frostschutzmittel. Motocool Expert lassen wir mal außen vor: wir wollten es ja nicht so kompliziert machen! :wink:

    --- Diskutiere nie mit jemandem, der 6 Gläser Vorsprung hat! ---

  • Ganz wichtig ist, dass silikathaltiges Frostschutzmittel nicht mit Silikatfreiem gemischt wird. Das kann zu Ausfällungen und Ablagerungen führen.

    Das habe ich schon mal leidvoll erfahren müssen.

    Leider kann man sich dabei nicht auf die Farbe verlassen. Da gibt es meines Wissens keine Norm und unterschiedliche Hersteller verwenden unterschiedliche Farben.

    Gruß

    Udo

  • Ganz wichtig ist, dass silikathaltiges Frostschutzmittel nicht mit Silikatfreiem gemischt wird. Das kann zu Ausfällungen und Ablagerungen führen.

    Das habe ich schon mal leidvoll erfahren müssen.

    Das passiert aber auch nur dann, wenn man sich nicht nach den auf dem Gebinde angegebenen Normen orientiert. Es ist allerdings richtig, dass die Farbe allein kein hinreichendes Kriterium bzgl. Mischbarkeit ist. Aber der Reihe nach.


    Wenn es um die Mischbarkeit von silikathaltigen und silikatfreien Frostschutzmitteln geht, sind die vom VW-Konzern definierten Normen, beginnend mit "TL 774", gefolgt von einem Buchstaben, über alle Zweifel erhaben. Die Bezeichnungen, die mit "G" beginnen sind jedoch, je nach Hersteller, unterschiedlich. Hier aufgeführt die Bezeichnungen von VW (und ohne auf die unterschiedliche chemische Zusammensetzung eingehen zu wollen). Also:


    - "G11" = TL-774C: (silikathaltig, grün)

    - "G12" = TL-774D: (silikatfrei, rot) - nicht mischbar mit TL-774C!

    - "G12+" = TL-774F: (silikatfrei, rot) - mischbar mit TL-774C und D

    - "G12++" = TL-774G: (silikathaltig, magenta) - mischbar mit TL-774C, D und F

    - "G13" = TL-774J: (silikathaltig, magenta) - mischbar mit TL-774C, D, F und G


    Grundsätzlich für Graugussmotoren geeignet sind die silikathaltigen Produkte. Silikatfreie vorzugsweise für Aluminiummotoren. Inwieweit die silikathaltigen Produkte G12++ und G13 (bzw. TL-774 G und J) auch für die BMW-Rotaxe geeignet sind, vermag ich nicht zu sagen. Lt BMW soll, wenn es nicht der Frostschutz aus dem eigenen Regal sein soll, Glysantin "G48" sein. Und nur der Vollstandigkeit halber:


    - Glysantin G48 entspricht VW G11

    - Glysantin G30 entspeicht VW G12+

    - Glysantin G40 entspricht VW G12++

    - Glysantin G65 entspricht VW G13


    So viel ist sicher. Aber: so mancher Hersteller verwendet sowohl die VW- als auch die Glysantin-Bezeichnungen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Steht im Markennamen irgendwas mit "G12+", und im Kleingedruckten steht "TL-774D/F", dann würde ich sicherheitshalber nicht mit grünem G11 oder G48 mischen, da TL-774D ja nicht kompatibel mit TL-774C ist.


    Fazit: wenn es um die Mischbarkeit von Flüssigkeiten unterschiedlicher Farben geht, dann würde ich mich nur nach den VW-Freigaben gem. "TL" orientieren. Also immer das Kleingedruckte auf den Gebinden lesen, verstehen und beachten! ;)

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  • So tief bin ich in die Materie noch nicht eingetaucht!

    Nun, wenn sich im privaten bzw. Familienfuhrpark div. VW, Audi unterschiedlicher Baujahre tummeln, dann war es angebracht, sich mal mit der Materie zu befassen. ;) Fürs Rotax-Mopped war es nicht erforderlich.


    BTW: ich verwende im Rotax auch kein G11 / G48, sondern Motocool Expert. Hatte mir damals mal ein auf BMW spezialisierter freier Schrauber empfohlen mit dem Argument, das das Zeug die Wärme etwas besser abführen und außerdem etwas alterungsstabiler sein soll als die Mischung aus Wasser und G48. Ob was dran ist, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Zumindest erspart es mir den Kauf von destilliertem Wasser, da hier aus dem Hahn nur relativ hartes Leitungswasser kommt.

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  • Wieviel Karbonathärte etc. sollte da ausfallen, wenn man alle 3 Jahre die Kühlflüssigkeit tauscht?

    Meiner Verständnis nach ist das Problem, wenn man nicht demineralisiertes bzw. deionisiertes Wasser * verwendet, nicht die Ausfällung sondern dass die vorhandenen Ionen vom Korrosionsschutz gebunden werden und somit der Korrosionsschutz verringert wird. Ein weiterer Aspekt ist, dass Leitungswasser Chlor enthalten kann, was Korrosion fördernd ist.


    Das original BMW Kühlmittel (ca. 8 € für 2 l) kostet nicht die Welt und ist selbst mit 2 liter destillatgleichem Wasser für 1 € immer noch günstiger als die meisten Fertigmischungen. Sind die Kosten wirklich ein Problem, dann einfach mal 100 km auf der Autobahn hinter einem Lastwagen herfahren. Die Sprit- und Reifenabnutzungersparniss gegenüber >140 km/h sind da viel relevanter. Ich sage mir immer: Besser richtig gemacht, denn einen lausigen Kompromiss und gebastel für viel Geld kann ich auch beim freundlichen Haben.


    Eins ist klar: Ist man in der Pampa und man hat zuwenig Kühlflüssigkeit drin, dann kommt Wasser rein. Und zwar das, dass vorhanden und verfügbar ist: aus dem Bach, dem Brunnen, oder auch aus der Mineralwasserflasche die man dabei hat.


    * Im Handel wird eigentlich nur noch destillatgleiches Wasser angeboten welches mittels Ionentauscher oder Umkehrosmose hergestellt wurde, da dies zu einem vergleichbaren Resultat führt aber viel weniger Energie benötigt als echte Destillation.

  • Das ist sicher alles richtig, aber ich finde der Sache wird viel zu viel Bedeutung beigemessen. Wenn man sich eine beliebige Flasche Mineralwasser nimmt und mal die diversen Mineralien aufaddiert kommt man im Regelfall auf < 300mg/l. D.H wenn man Mineralwasser nehmen würde für die Mischun wären das bei der F 650 dann etwa 180mg. Da frage ich mich wenn ich die gesamte vom Kühlwasser benetzte Fläche, alle Schläuche, Kühlerinneres. Motor etc. mal mit einem Quadratmeter annehme wieviel Tausend Flüssigkeitswechsel ich da durchführen muss, damit sich Stalagmiten und Stalagtiten bilden. Was das Rheinuferfiltrat angeht, würde ich lieber das nehmen zumindestens auf der linken Rheinseite als das ausserordentlich harte Wasser aus Hunsrück und Westerwald. Gilt zumindestens für Koblenz und Umgebung wo ich ein paar tausend Tage zugebracht habe. Was gechlortes Wasser angeht, Chlor baut sich zügig ab, wer einen Pool hat, weiß das. Da spielt der Luftsauerstoff natürlich eine Rolle. Destilliertes Wasser für im Übrigen dazu, das ein erheblich Lösungsdruck entsteht und Metallsalze ausgewaschen werden. Aber auch nur bei erheblichem Wasserverbrauch, der aber bei geschlossenen Kühlsystemen gar nicht auftritt. Ich nehme Wasser aus meinem Brunnen, ist mir völlig egal, was da drin ist.

  • Mineralien aufaddiert kommt man im Regelfall auf < 300mg/l.

    Frei nach Crocodile Dundee: Dass nennst Du ein Mineralwasser? Mein Chateux la Pompe hat im Mittelwert 250 mg/l und kann bis 450 mg/l haben :giggle:Zur Übersicht, die Wasserhärten in meinem Kanton https://kl.zh.ch/internet/gesu…f/wasserhaerten_kt_zh.pdf

    Ja, da kommt echtes Mineralwasser aus der Röhre (und von der Röhre daneben flüssige Schoggi).


    Was gechlortes Wasser angeht, Chlor baut sich zügig ab, wer einen Pool hat, weiß das. Da spielt der Luftsauerstoff natürlich eine Rolle.

    Wie war das nochmals mit dem geschlossenen Kreislauf? Sauerstoff gelang aller höchstens via Ausgleichsbehälter ins Kühlwasser und nur aus diesem Weg kann das Chlor auch raus.


    Destilliertes Wasser für im Übrigen dazu, das ein erheblich Lösungsdruck entsteht und Metallsalze ausgewaschen werden.

    Destilliertes/demineralisierts/deionisiertes/destillatgleiches Wasser alleine ist deswegen gar höchst Korrosiv. Werden dann noch höherwertige Metalle als Aluminium wie bspw. Eisen, Nickel, Kupfer oder Zinn gelöst hat man den Schmarren und Lochfrass. Aber genau deswegen tut man ja Kühlerschutz rein :wink:

    Guter Hinweis Ekkehart: NIE destillatgleiches Wasser OHNE Kühlerschutz!


    Was die Profis sagen:

    Wir empfehlen, demineralisiertes oder destilliertes Wasser zu verwenden. Normales Leitungswasser kann zur Verdünnung verwendet werden, wenn es nicht härter als 3,5 mmol/l (20 Grad deutscher Wasserhärte) ist und nicht mehr als 100 ppm Chlor und Sulfat enthält. Informationen können beim lokalen Wasserwerk erfragt werden

    Info: 1 ppm == 1 mg/l und für die Schweizer: 3,5 mmol/l sind 35° fH.


    Wie ich feststelle kommt der Chlorgehalt weniger von der Desinfektion (In Deutschland max 0,2 mg/l und selbst in Chicago ist das nicht mehr als 4 mg/l) sondern vom allenfalls gelösten Salz. Chlor und Sulfat können je bis 250 mg/l im Deutschen Trinkwasser vorhanden sein.


    Ein geeignetes Mineralwasser ist Valser Silence https://mineralwasser.swiss/wp…neralisierungstabelle.pdf Gibt es bei uns in der Schweiz in den meisten Tankstellen-Shops. In Frankreich ist Volvic und Evian zu Empfehlen. Und in Deutschland gibt den Geroldsteiner Mineralienrechner: https://www.mineralienrechner.…teiner-mineralienrechner/


    Da mein örtliches Leitungswasser gemäss Glysantin zu hart ist und die obigen Mineralwasser in der Anschaffung viel zu teuer sind, wird halt bei mir mit destillatgleichem Wasser angemischt.

  • Ey, Ihr macht ja echt ne Doktorarbeit draus!


    Also, ich fahr immer noch mit BMW/Leitungswasser 50/50, läuft jetzt 56.000 ohne Probleme, aber man lernt ja nie aus. Deshalb hab ich grad mal nachgegoogelt:

    Mein Leitungswasser hier in Kassel hat die Härte III, genauer 16,13° dH, was immer das heißt.

    Somit also unter den o.g. 20°, ist das jetzt ok, oder was?

    Chlorid: 62,6 mg/L

    Sulfat: 81,2 mg/L


    Auf jeden Fall schmeckts gut, ich trinke fast nur noch Leitungswasser.

    Dann schmeckts dem Eintopf bestimmt auch, oder?